Über 200 Menschen demonstrieren friedlich gegen neuen Thor-Steinar-Laden am Brüderweg

hzUmstrittene Marke

Bei einer Kundgebung am Montagabend demonstrierten rund 200 Menschen vor dem Thor-Steinar-Laden am Brüderweg. Die Organisatoren kündigen bereits an, wie sie in der Zukunft vorgehen wollen.

Dortmund

, 02.09.2019, 18:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Über 200 Menschen haben sich am Montagabend auf Initiative des Bündnisses Blockado versammelt, um gegen die Eröffnung des Kleidungsgeschäftes Tønsberg zu demonstrieren. Dabei handelt es sich um eine Filiale der bei Rechtsextremen beliebten Marke Thor Steinar.

Die friedlichen Demonstranten hielten Banner mit Aufschriften wie „Destroy Thor Steinar“ oder „Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda“. In der Einfahrt zum Geschäftseingang standen etwa zehn Männer der Gegenseite. Einer aus der Gruppe jubelte, als auf der anderen Straßenseite von Dortmunds aktiver Naziszene gesprochen wurde.

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Demo gegen Thor Steinar

Am Brüderweg hat Ende August das Bekleidungsgeschäft Tönsberg eröffnet - eine Filiale der Marke Thor Steinar, die bei Rechtsextremen beliebt ist. Mehr als 200 Personen haben gegen die Eröffnung friedlich demonstriert.
02.09.2019
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Mehr als 200 Personen haben friedlich gegen die Eröffnung des Geschäfts protestiert.© Kevin Kindel
Mehr als 200 Personen haben friedlich gegen die Eröffnung des Geschäfts protestiert.© Kevin Kindel
Mehr als 200 Personen haben friedlich gegen die Eröffnung des Geschäfts protestiert.© Kevin Kindel
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Mehr als 200 Personen haben friedlich gegen die Eröffnung des Geschäfts protestiert.© Kevin Kindel
Mehr als 200 Personen haben friedlich gegen die Eröffnung des Geschäfts protestiert.© Kevin Kindel

„Wir werden so lange wiederkommen und demonstrieren, bis dieser Laden weg ist“, rief Kim Schmidt auf Seiten der Demonstranten ins Mikrofon. Sie wandte sich an die Anwohner des Brüderweges, um unter anderem die von Thor Steinar benutzte nordische Symbolik und Bezüge zu Rechtsextremen zu erläutern. „Jetzt werden Nazis aus ganz NRW herkommen“, so Schmidt: „Das werden wir niemals hinnehmen.“

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Die Situation blieb den Abend über ruhig. Die Polizei wollte den zehn Männern an der Geschäftsseite Platzverweise erteilen - sie meldeten aber eine sogenannte Spontanversammlung an. Der Polizeiführer sah vor Ort keine rechtliche Grundlage, diese zu verbieten.

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Demo gegen Thor Steinar

Fünf zusätzliche Wagen der Bereitschaftspolizei sind angefordert worden, um beide Lager voneinander getrennt zu halten. Während der Kundgebung lief laute Musik von den Demonstranten, unterbrochen gelegentlich durch kurze Ansprachen. Gegen 19.15 Uhr wurden die Thor-Steinar-Unterstützer unter dem Jubel der Demonstranten von der Polizei wegbegleitet. Andere Beamten blieben noch länger vor Ort, um etwa Sachbeschädigungen an dem Geschäft zu verhindern. Die Einfahrt vom Wall auf den Brüderweg war etwa eineinhalb Stunden lang gesperrt.

Einige Kommentatoren auf der Facebookseite unserer Redaktion stehen der Marke Thor Steinar unkritisch gegenüber. Die Kleidung habe nichts mit der politischen Haltung einiger Kunden zu tun, ist dort zu lesen.

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Ursprünglich hatte die Firma auch das Dortmunder Stadtwappen für die Ankündigung der Neuereröffnung genutzt. Daraufhin teilte die Stadtverwaltung mit: „Die zuständigen Ämter sind eingeschaltet und gegen die missbräuchliche Nutzung des Stadtwappens wird bereits vorgegangen. Dortmund ist eine tolerante, vielfältige und weltoffene Stadt.

Blockado-Sprecherin Iris Bernert-Leushacke kündigte im Gespräch mit unserer Redaktion an: „Wir werden jetzt jeden Montag hier stehen, bis dieser Laden Geschichte ist.“

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