Über 200 Menschen in Quarantäne: Neuer Corona-Hotspot in Dortmund?

hzCorona in Dortmund

Wegen eines Corona-Falls an einem Kindergarten sind mehr als 60 Familien in Quarantäne. Auslöser hierfür war vermutlich auch die ominöse Schülerparty. Was heißt das für den Stadtteil?

Schüren

, 09.09.2020, 15:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Nachricht erreichte die Verantwortlichen Dienstagmorgen (8.9.) um 7.30 Uhr. Ein Mitarbeiter des Evangelischen Kindergartens in Schüren sei positiv auf Corona getestet worden.

Laut einem Sprecher des Evangelischen Kirchenkreises in Dortmund, dem Träger der Einrichtung, hatte derjenige wohl an der besagten „Schülerparty“ in Dortmund teilgenommen, die schon etliche positive Corona-Fälle hervorgebracht hat.

Dabei sei das positive Corona-Ergebnis erst beim zweiten Test aufgetaucht. Der erste sei noch negativ gewesen. Erst ein Nachlassen des Geschmacks- und Geruchssinns hätte dann zu einem weiteren Arztbesuch und dem Ergebnis geführt. „Dem Mitarbeiter geht es aber einigermaßen gut“, so ein Kirchenkreis-Sprecher.

63 von 70 Kindern sind vorsorglich in Quarantäne. Die Einrichtung hat jedoch noch geöffnet.

63 von 70 Kindern sind vorsorglich in Quarantäne. Die Einrichtung hat jedoch noch geöffnet. © Jörg Bauerfeld

Sofort nach Erhalt der Nachricht sei die Einrichtung in Schüren informiert und Mitarbeiter und Kinder, die eventuell in Kontakt mit dem positiv getesteten Mitarbeiter gekommen seien, nach Hause geschickt worden. Vorsorglich habe dann das Gesundheitsamt eine Quarantäne für 63 Familien - mehr als 200 Menschen - ausgesprochen.

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„Die Einrichtung ist aber nicht geschlossen“, so der Kirchenkreis-Sprecher. „Eltern, die ihre Kinder bringen möchten, können dies tun.“ Aber warum die große Anzahl an Quarantäne-Fällen?

„Wir arbeiten in unserer Einrichtung mit einem offenen Konzept. Dadurch ist die Zahl nach oben geschnellt“, so ein Sprecher. Nur sieben Kinder seien nicht betroffen gewesen. In der nächsten Woche würden alle Familien dann wohl getestet und dann müsse man im Kindergarten weitersehen.

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Aber was hat der Corona-Fall für Auswirkungen für den Stadtteil? Größere als man denkt. Zwar gibt es bisher lediglich einen bestätigten Corona-Fall, doch gibt es in Schüren eben auch noch zwei Grundschulen.

Die nächstgelegene ist die Gerhard-Hauptmann-Grundschule. „Wir bekommen vom Evangelischen Kindergarten einen ganz großen Teil unserer Schülerschaft“, sagt Schulleiterin Katja Burghardt. „Es sind einige Kinder betroffen.“ Es seien aber nur die Kinder, die einen direkten Bezug zum Kindergarten haben. „Die bekommen jetzt Distanzunterricht.“

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Alle anderen würden ganz normal zum Unterricht erscheinen. Auch an der Friedrich-Ebert-Grundschule werden in den nächsten zwei Wochen einige Stühle leer bleiben.

„Auf unseren laufenden Betrieb hat das zunächst keinen großen Einfluss“, sagt Simone Schleu, Leiterin der Schule. Klar müssten Geschwister von Kindern, die den Evangelischen Kindergarten besuchen, in Quarantäne.

Besondere Maßnahmen müssen im Übrigen an beiden Schulen nicht eingeleitet werden, so war die Auskunft des Gesundheitsamtes. Denn bisher gibt es weder an der Friedrich-Ebert-Grundschule noch an der Gerhardt-Hauptmann-Grundschule einen positiven Test.

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