Gefälschte SPD-Plakate in Dortmund: „Das war eine professionelle Aktion“

hzStaatsschutz ermittelt

Am Donnerstag sind in Dortmund zahlreiche gefälschte SPD-Plakate aufgetaucht. Bei der Partei geht man von einer gezielten Aktion aus. Mittlerweile ermittelt der Staatsschutz.

Dortmund

, 24.04.2020, 18:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dort, wo in der breiten Öffentlichkeit normalerweise für Veranstaltungen oder Produkte geworben wird, prangten am Donnerstag (23.4.) bundesweit in mehreren Städten gefälschte SPD-Plakate. Auch an vielen Stellen im Dortmunder Stadtbild wurden in zahlreichen Werbe-Schaukästen derartige Plakate aufgehängt.

„Wir haben am Donnerstag in Dortmund insgesamt 20 Plakate sichergestellt. Allerdings waren zusätzlich auch noch andere Außenwerber von der Aktion betroffen“, erklärt Frauke Bank von der Firma Wall, die derartige Werbekästen vermietet. Die Polizei Dortmund spricht von derzeit mindestens 17 gesichteten Plakaten.

Vorgang wurde an Bundespartei weitergeleitet

Die Plakate wurden laut Nadja Lüders, Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Dortmund und gleichzeitig Generalsekretärin des Landesverbandes, auch noch in Essen, Bochum, Köln, Düsseldorf, Duisburg und Frankfurt am Main gesichtet und zeigten vier unterschiedliche Motive.

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Das überwiegende Thema: die aktuelle Flüchtlingspolitik. So ist auf einem Bild beispielsweise ein mutmaßlich volles Flüchtlingsboot zu sehen. Darunter die Zeilen „Bleib‘ zuhause!“, „Meide soziale Kontakte!“, „Halte Abstand!“ und „Wir zuerst!“. Ein weiteres Foto zeigt offenbar ein Flüchtlingslager, welches mit dem Schriftzug versehen ist „Großveranstaltungen in Deutschland: Abgesagt!“ „Massenlager in Moria: Jeden Tag!“

Auf anderen Plakaten seien zudem Außenminister Heiko Maas und die SPD-Bundesvorsitzenden Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken zu sehen gewesen, sagt Lüders und betont: „Es war scheinbar eine professionelle Aktion, denn in allen Städten wurden die Plakate nahezu zeitgleich aufgehängt.“ Da auf den Bildern das offizielle Logo der SPD verwendet wurde, beschäftige sich nun auch die Bundespartei mit dem Vorgang.

Für Nadja Lüders stellt sich vor allem die Frage nach der Motivation: „Wie viel kriminelle Energie braucht es, um eine solch konzertierte Aktion durchzuführen? Es gibt aber kein Bekennerschreiben. Deshalb wissen wir nicht, wer dafür verantwortlich ist.“

Staatsschutz ist eingeschaltet

Für die Professionalität der Aktion spricht derweil auch, dass die Werbe-Schaukästen nicht beschädigt wurden, betont Frauke Bank. Die Plakate seien unterdessen vermutlich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag platziert worden.

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Laut Polizei Dortmund ist mittlerweile der Staatsschutz eingeschaltet. „Wer die Plakate aufgehangen hat, ist nach wie vor unklar. Die Ermittlungen in dieser Sache dauern an“, unterstreicht Sprecherin Nina Kupferschmidt.

Derweil sind die Plakate schon wieder aus dem Stadtbild verschwunden. Bis zum Donnerstagmittag habe man Bank zufolge alle Plakate entfernt und kontrolliere darüber hinaus die weiteren Schaukästen.

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