Unbekannte versenken Bänke im Rombergpark: Mitarbeiter bespuckt

hzVandalismus im Rombergpark

Ein trauriger Anblick: Vier schwere Sitzbänke lagen am Montag im großen Teich im Rombergpark. Vandalen hatten sie dort versenkt. Aber das war nur die Spitze des Eisbergs.

Brünninghausen

, 09.04.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eines vorweg und das ist Dr. Patrick Knopf, Leiter des Botanischen Gartens Rombergpark, besonders wichtig. „Weit über 90 Prozent der Besucher verhalten sich vorbildlich und respektieren, dass der Rombergpark ein grünes Museum ist. Sie halten sich an die Anweisungen und über diese Besucher freuen wir uns wirklich.“

Die Wut wird an den Pflanzen ausgelassen

Leider gebe es da eine Minderheit, die ihre Wut an Gegenständen und Pflanzen im Park auslasse und die auch die Mitarbeiter beschimpfen und sogar bespucken. Auf Facebook machte ein Bild die Runde. Mehrere Bänke lagen im großen See im Rombergpark.

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Vandalen haben die schweren Sitzgelegenheiten in den See geworfen. Eine Aktion, die nicht nur bei Patrick Knopf Kopfschütteln auslöst. „Wir haben die Bänke wieder aus dem Wasser gezogen. Das ist aufwendig und macht auch nicht so viel Vergnügen.“

Vandalen haben einfach die schweren Bänke in den See geworfen.

Vandalen haben einfach die schweren Bänke in den See geworfen. © Dorothee Bube

So müssen Mitarbeiter des Parks in den See steigen, eine Kette an der Bank befestigen und das Ganze mit einem Radlader aus dem Wasser hieven.

Eine Bank sei beschädigt gewesen so Knopf. „Aber wir haben im Moment größere Sorgen“, sagt der Leiter des Botanischen Gartens.

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Denn im gesamten Park geht die Zerstörungswut um. So wurden nicht nur Bänke ins Wasser geworfen, sondern zahlreiche Sitzgelegenheiten auch völlig zerstört. Und es werde im Moment immer mehr. „Jeder Tag bei diesem Wetter ist für uns wie ein normaler Sonntag“, sagt Dr. Knopf.

Volle Parkplätze gleich viele Besucher

Die Parkplätze seien voll und nach Schätzungen würden täglich 3000 Menschen den Park besuchen. Aber wie können die Menschen im Blick behalten werden?

Wie gesagt, laut Dr. Knopf würden sich die meisten vorbildlich verhalten. Bei vielen würde, wenn sich beispielsweise einmal Gruppen bilden würden, auch schon ein vernünftiges Gespräch reichen – aber eben nicht bei allen.

Dr. Patrick Knopf ist Leiter des Botanischen Gartens Rombergpark.

Dr. Patrick Knopf ist Leiter des Botanischen Gartens Rombergpark. © Dominik Gumprich (Archiv)

So werden die Mitarbeiter des Parks, die zurzeit dabei sind, neue Gewächse zu pflanzen, derbe beschimpft. Einige seien sogar schon bespuckt worden, nur weil sie arbeiten würden.

„Meine Mitarbeiter und ich versuchen, so gut wie möglich präsent zu sein“, sagt Dr. Knopf. Das Ordnungsamt ist vor Ort, die Polizei fährt Streife durch den Park.

Zusätzlicher Sicherheitsdienst plus Polizei

Auch ein zusätzlicher Sicherheitsdienst soll jetzt noch dazu kommen – gerade über das Osterwochenende. Neben dem Vandalismus taucht aber zurzeit noch ein anderes Problem im Rombergpark auf – Radfahrer. Dabei ist das Radfahren im Botanischen Garten grundsätzlich verboten.

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„Wir haben hier ein grünes Museum, es gibt drumherum Radwege. Wir sind nicht zum Fahrradfahren da. Hier soll man die Natur genießen“, sagt Dr. Knopf. Auch Osterdekoration für zu Hause wird gerne von einigen Besuchern mitgenommen. „Das sind dann schon mal seltene Pflanzen. Wir haben hier ja nicht das Autobahn-Böschungsgrün“, sagt Knopf.

Schon über einen Zaun nachgedacht

Ist denn schon einmal darüber nachgedacht, den Park zu schließen? „So richtig schließen können wir ja nicht. Wir können nur ein Verbot aussprechen, den Park nicht zu betreten“, sagt der Leiter des Rombergparks. Aber man freue sich ja auch über den Großteil der Besucher, die den Park mit Respekt behandeln.

Und wie sieht es mit einer Umzäunung aus? „Darüber haben wir tatsächlich jetzt vermehrt nachgedacht. Nur, so ein Zaun ist teuer“, sagt Knopf. Vielleicht wird die Idee konkreter, je länger die Corona-Krise dauert. Und je mehr eine kleine Minderheit von Besuchern am Rad dreht.

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