Stirbt jetzt der Uni-Campus? Geschäfte an der TU kämpfen ums Überleben

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Ohne Studierende kein Umsatz – die Geschäfte an der TU Dortmund leiden unter massiven Verlusten. Auch im kommenden Semester ist keine große Besserung in Sicht.

Dortmund

, 06.10.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zum Campus Nord an der TU Dortmund gehören zahlreiche Geschäfte. Sie leben vom Umsatz, den die Studierenden bringen. Doch wenn wegen der Corona-Pandemie keine Präsenzvorlesungen stattfinden, ist es nahezu menschenleer auf dem Uni-Gelände. Für die Läden ist das ein großes Problem.

Große Umsatz-Einbußen im Schreibwarengeschäft auf dem Campus

„Wir leben überwiegend von den Studenten“, sagt Thomas Sauerbier, Mitarbeiter des Schreibwarenladens Paperpoint Stift und Papier. Seit der Großteil der Vorlesungen digital stattfindet, sind die Einnahmen im Keller.

Das Schreibwarengeschäft auf dem Campus Nord musste über die Hälfte der Einnahmen einbüßen.

Das Schreibwarengeschäft auf dem Campus Nord musste über die Hälfte der Einnahmen einbüßen. © Anne Schiebener

Circa 70 Prozent des Umsatzes habe das Schreibwarengeschäft schon einbüßen müssen. Kurzarbeit und verkürzte Öffnungszeiten waren die Folge. „Sonst gehen die Studierenden etwas essen, brauchen noch einen Block und kommen dann hier rein. Das geht natürlich gerade nicht“, sagt Sauerbier.

Im Schreibwarengeschäft befindet sich auch ein kleiner Kiosk. Die Mitarbeiterin hat dort im März die neue Stelle angefangen. „Ich kenne es hier nur leer“, sagt sie.

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Ende Oktober startet das neue Wintersemester an der TU Dortmund. Thomas Sauerbier hat festgestellt, dass der Betrieb jetzt nach und nach wieder mehr Fahrt aufnimmt. Er zweifelt jedoch, ob es „überhaupt wieder so wird wie vorher“.

Denn auch das kommende Semester wird ein so genanntes Hybridsemester – viele Veranstaltungen finden digital statt.

Reisebüro und Computergeschäft vorübergehend geschlossen

Nebenan im Reisebüro signalisieren heruntergelassene Rollläden: Hier werden zurzeit keine Reisen an die Studierenden gebracht. Auf dem ausgedruckten Zettel in der Tür wird deutlich, dass das Reiseunternehmen Sta Travel ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet hat.

Wo sonst bunte Urlaubsbilder werben, wurden nun die Rollläden heruntergelassen.

Wo sonst bunte Urlaubsbilder werben, wurden nun die Rollläden heruntergelassen. © Anne Schiebener

Sta Travel wolle, so heißt es, dieses Verfahren nutzen, um das Unternehmen zu sanieren, sodass man „für die kommenden Monate gerüstet ist und nach der Aufhebung der Reisebeschränkungen wieder stark am Markt vertreten sein kann“.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich das Computergeschäft E-Systems. Auch dieses ist vorübergehend geschlossen. Die Computer-Ware verliert schnell an Wert und wird deswegen nun im Ladenlokal in Witten verkauft.

Wann das Ladenlokal am Campus in Dortmund wieder öffnen wird, konnte ein Mitarbeiter auf Anfrage unserer Redaktion nicht sagen. Man wolle den Laden jedoch nicht aufgeben.

Was sagen die Dortmunder Studierenden zur jetzigen Situation?

Zwei Studierende stehen vor dem Eingang des Schreibwarengeschäfts und warten, bis der Laden seine Türen öffnet. Das im Umfeld bereits Geschäfte geschlossen haben, haben sie nicht mitbekommen. „Ich bin erst zum zweiten Mal in diesem Jahr hier im Druckladen“, sagt Jonathan Krahl, Chemie-Student. „Ich wohne in der Nähe und mein Drucker hat nicht funktioniert.“

Ähnliches berichtet Wirtschaftswissenschafts-Student Ali Karandorahadi. Er wartet darauf, dass der Kiosk öffnet, um sich Zigaretten zu kaufen. „Es gibt ja fast nichts auf dem Campus. Nicht einmal Zigarettenautomaten“, sagt er. An der Uni Bochum beispielsweise gebe es viel mehr Geschäfte direkt auf dem Uni-Gelände, sagt der Student.

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Auch die Pressestelle der TU Dortmund bestätigt, dass die Geschäftsstruktur am Campus ohnehin sehr rar ist. Wenn jetzt noch die wenigen Geschäfte schließen müssen, die es bislang gibt, könnte demnächst nichts mehr für die Studierenden auf dem Uni-Gelände verfügbar sein.

Düsseldorfer Studenten wollen Uni-Kiosk retten

Auch in anderen Studenten-Städten ist die Existenz der privaten Geschäfte wegen der Corona-Pandemie gefährdet. So haben beispielsweise Studierende in Düsseldorf eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen, um den Uni-Kiosk auf dem Campus zu retten.

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