Böller-Boykott der Rewe-Chefs bekommt prominente Unterstützung

hzSilvester

Zwei Rewe-Chefs verkaufen dieses Jahr kein Silvester-Feuerwerk in ihren Märkten. Ein TV-bekannter Dortmunder wechselt deswegen den Supermarkt - dabei ist Silvester für ihn das kleinste Ärgernis.

Dortmund

, 16.12.2019, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Heiko Wasser besitzt drei Hunde und weiß genau, wie panisch viele Tiere auf den Krach eines Feuerwerks reagieren.

Deshalb macht der Dortmunder, Formel-1-Kommentator bei RTL und auch in diesem Jahr an der Seite von Norbert Dickel Moderator des BVB-Weihnachtssingens, nun Nägel mit Köpfen. Für mehrere Wochen kauft er nur noch in einem Supermarkt ein, der keine Böller und Raketen anbietet.

„Schon jahrelang rege ich mich über diese unsägliche Böllerei auf“, sagt der Motorsport-Experte, „seit ich 18 bin, habe ich keine Knaller mehr gekauft.“ Dann überlegt er allerdings einen kurzen Moment und gesteht: „Na gut, einmal bin ich rückfällig geworden. Zur Jahrtausendwende habe ich eine Rakete abgefeuert.“

Notfalls in ein abgedunkeltes Zimmer

Doch damit soll nun Schluss sein. Für immer. „Denn mit meinen Hunden kann ich ab dem 28. Dezember nirgendwo mehr spazieren gehen.“ Dabei ist es vorrangig gar nicht das traditionelle Silvesterfeuerwerk, das dem 62-Jährigen - und seinen Vierbeinern - gehörig auf die Nerven geht.

„Die drei Stunden rund um den Jahreswechsel sind nicht das Problem“, sagt Wasser, „da würde ich notfalls mit meinen Hunden in ein abgedunkeltes Zimmer gehen und Musik einschalten. Viel schlimmer ist, dass von Ende Dezember bis Anfang Januar ununterbrochen geböllert wird.“ Selbst im Stadtwald Bittermark, wo er seine Hunde ausführt, sei er tagelang nicht vor dem Krach gefeit.

Als er in der Zeitung las, dass drei Dortmunder Supermärkte den Feuerwerksverkauf boykottieren, stand für ihn deshalb fest: „Bis Silvester kaufe ich nur noch in einem dieser Geschäfte ein.“ Gesagt, getan: Statt, wie bisher, alles Nötige im Stammladen quasi vor der Haustür zu besorgen, nimmt Wasser den längeren Weg bis zum Rewe-Markt Homberg auf dem Höchsten in Kauf.

Dabei gehe es ihm keineswegs um die Werbung für irgendein Geschäft, sondern einzig und allein darum, die Aktion zu unterstützen: „Ich bin der Meinung, dass selbst kleine Maßnahmen gefördert werden sollten. Und mit meinem Einkauf kann ich die Umsatzeinbußen, die der Rewe-Markt auf dem Höchsten aufgrund des Feuerwerkverzichts hat, ja ein bisschen kompensieren.“

Jetzt lesen

Der temporäre Wechsel des Supermarktes ist aber nicht der einzige Schritt, mit dem Wasser dem Feuerwerk auf Dauer den Garaus machen will: „Ich habe schon Petitionen dagegen unterschrieben, spende das fürs Feuerwerk gesparte Geld alljährlich und werde zudem die Inhaber anderer Geschäfte ansprechen, ob sie sich demnächst nicht auch an dem Boykott beteiligen wollen.“

Neben dem Lärm und der einhergehenden Störung der Tierwelt zählt der TV-Kommentator aber noch weitere Gründe gegen Knaller und Raketen auf: Zum einen die Feinstaubbelastung der Umwelt, zum anderen die Gefahr, die von Knallern in Kinderhänden ausgeht.

Jetzt lesen

„Man müsste die Eltern viel mehr dafür sensibilisieren“, fordert der Dortmunder. „Und sie müssten rigoroser bestraft werden, wenn sie nichts dagegen unternehmen, dass ihr Nachwuchs tagelang mit Knallkörpern hantiert, obwohl es eigentlich gar nicht erlaubt ist.“

Dass er allein nur wenig bewegen kann, weiß Wasser natürlich. Und deshalb ruft er seine Mitmenschen auf, das Feuerwerk ebenfalls aus dem Einkaufswagen zu verbannen: „Der Verzicht auf den Verkauf ist eine hervorragende Idee, die meiner Meinung nach noch mehr gewürdigt und unterstützt werden müsste.“

Lesen Sie jetzt