Unternehmen fordert: „Behandelt Lkw-Fahrer nicht wie Tiere!“

hzLkw-Parkplätze

Gelbe Sperrbaken zwischen Brackel und Asseln, Beschlüsse gegen das Lkw-Parken in Alt-Scharnhorst. Es gibt ein Unternehmen, das angesichts der Lkw-Parkplatznot einen anderen Weg einschlägt.

Brackel

, 28.01.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Immer wieder berichten wir über Politiker und Anwohner, die sich über Lkw ärgern, die auf Flächen parken, die dafür nicht geeignet sind. Beispiel dafür ist der Hellweg zwischen Brackel und Asseln, wo seit Kurzem gelbe Sperrbaken stehen, um die Lkw fernzuhalten. An anderen Stellen der Stadt hinterlassen die Fahrer ihren Müll, genauso wie menschliche Hinterlassenschaften, so lauten die Vorwürfe.

„Wir verdanken den Lkw-Fahrern unseren Wohlstand“

Nach diesen Berichten hat sich ein Unternehmen aus Dessau in Sachsen-Anhalt gemeldet, das um Verständnis für die Lkw-Fahrer wirbt. Die Chefin der „Park your truck GmbH“, Denise Schuster (38), sagt: „Wir verdanken den Lkw-Fahrern unseren Wohlstand.“

„Ohne sie bleiben die Regale in den Geschäften leer, Supermärkte werden nicht beliefert, Firmen wird kein Material angeliefert und und und.“ Die vielen Lkw seien ein Ergebnis unseres Konsumverhaltens. Also sei es doch nur richtig, auch für angenehme Bedingungen der Fahrer zu sorgen, so Denise Schuster.

Unternehmen fordert: „Behandelt Lkw-Fahrer nicht wie Tiere!“

Eine 700 Meter lange Baken-Reihe am Hellweg zwischen Brackel und Asseln verhindert das Lkw-Parken. © Andreas Schröter

Ihr Unternehmen kümmert sich um Parkplätze für die Lkw-Fahrer. 125 Flächen in ganz Deutschland mit insgesamt 8000 Stellplätzen betreut die Firma derzeit. Das Geschäftsmodell: Die Spediteure zahlen eine gewisse Summe an Park your Truck für die Bereitstellung der Flächen, während die Besitzer der Parkplätze eine Übernachtungsgebühr von 10 bis 15 Euro - in manchen Fällen auch mehr - von den Fahrern kassieren.

Zu wenige Parkflächen im Ruhrgebiet

Ein Problem sei das verdichtete Ruhrgebiet, wo solche Flächen kaum zur Verfügung stehen. Die Kommunen - auch Dortmund - winken nach Aussage Denise Schusters ab. Wenn es irgendwo freie Flächen gebe, dann werden die für die Ansiedlung von Gewerbe gebraucht, nicht für Parkplätze. Die Unternehmen, die sich bisher daran beteiligen, stellen eine ganz unterschiedliche Anzahl von Parkplätzen zur Verfügung: manche nur 2, manche 100.

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Stadtsprecher Christian Schön sagt zum Thema: „Dass LKW-Fahrer überall wenig Stellplätze für Wartezeiten finden, ist bekannt.“ Bei lieferintensiven Firmen komme es auch tagsüber immer wieder zu Wartezeiten, wenn zu wenig Platz auf dem Firmengelände sei. Hier seien vor allem die Firmen gefragt, über Lösungen nachzudenken. Eine Standardlösung gebe es nicht, man müsse den Einzelfall betrachten. Zur Firma „Park your truck“ habe es bereits Kontakt gegeben. Die Idee klinge gut, aber die Akquise von Flächen müsse von „Park your truck“ selbst übernommen werden.

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Kontakt zu „Park your truck“, das auch eine Filiale in München betreibt, über E-Mail service@park-your-truck.com, Tel. 0340 / 88 29 39 06 oder die Website park-your-truck.com

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