Uralte Rotbuche auf Dortmunder Friedhof – magischer Ort ohne Würdigung?

hzEvangelischer Friedhof

Sie hat etwas Magisches – die Rotbuche auf dem evangelischen Friedhof in Brackel. Doch hat der etwa 200 Jahre alte Baum nicht mehr Würdigung verdient? Der Platz in der Nähe ist bloß Lagerfläche.

Brackel

, 19.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ulrich Kortmann (68), Inhaber der Galerie Kortmann am Brackeler Hellweg 65, macht sich für einen ganz besonderen Baum stark: die uralte Rotbuche auf dem Evangelischen Friedhof in Brackel.

Sie steht unübersehbar am gegenüberliegenden Ende des Friedhofs, wenn man vom Eingang Hedingsmorgen kommt. Kortmann schreibt: „Welcher Brackeler kennt sie nicht? Wahrscheinlich der älteste Baum in Brackel, nachdem die Eiche vor der evangelischen Kirche gefällt worden ist.“

Und weiter: „Hätte dieses Naturdenkmal nicht mehr Würdigung verdient? Sollte man nicht zumindest eine Rundbank darum machen, die zum Verweilen einlädt?“ Auch könnten seiner Ansicht nach die alten verlassenen historischen Grabsteine – richtig platziert – diesem magischen Ort den Wert geben, den er verdiene. Er würde sich mit einer Spende von 200 Euro beteiligen, um das umzusetzen.

„Maschinen und Komposthaufen verschandeln Gegend“

Derzeit sei der Ort verschandelt, weil die Friedhofsverwaltung dort ihre Maschinen abstelle und Komposthaufen anlege. Er besuche diesen Friedhof oft, sagt Kortmann, schließlich seien auch seine Eltern dort begraben. Auch mit seinen Kindern sei er oft dort spazieren gegangen, als sie noch kleiner waren.

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Obwohl die Pflege des Friedhofs seit Anfang des Jahres in die Zuständigkeit des Evangelischen Kirchenkreises Dortmund fällt, ist die evangelische Gemeinde Brackel weiterhin Besitzerin und als solche auch für die Gestaltung des Geländes zuständig. Das erklärt Pfarrerin Sandra Sternke-Menne.

Pfarrerin Sandra Sternke-Menne zeigt sich offen für Veränderungen auf dem Evangelischen Friedhof Brackel

Pfarrerin Sandra Sternke-Menne zeigt sich offen für Veränderungen auf dem Evangelischen Friedhof Brackel. © Andreas Schröter

Der Platz in der Nähe der Rotbuche, deren Alter sie auf etwa 200 Jahre schätzt, werde als Lagerfläche gebraucht – auch weil sich dort eine Garage befindet. Es gebe auf dem Friedhof ansonsten wenig Platz dafür. Ein Friedhof brauche solche Orte. Bis zum Herbst werde dieser Zustand in jedem Fall noch bestehen bleiben müssen.

Offen für Veränderungsvorschläge

Dennoch sei die Gemeinde offen für Veränderungsvorschläge. Ulrich Kortmann könne sich gerne mit seinen Vorschlägen an den Friedhofsausschuss der Gemeinde mit seinem Vorsitzenden Thorsten Hölscher wenden. Allerdings müsse geklärt werden, ob zum Beispiel eine Rundbank um den Stamm nicht auch schädlich für den Baum oder sein Wurzelwerk sein könne.

Auch können nicht alle der alten Grabsteine in der Gegend versetzt werden. Viele seien noch im Besitz von Familien, die die dazugehörigen Gräber pflegen.

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