Vandalen schießen mit Pyrotechnik – Feuerwehr und Polizei verstärken Personal an Silvester

hzAngriffe auf Retter

Die Polizei zeigt mehr Präsenz, die Feuerwehr schraubt die Zahl der Einsatzkräfte hoch: Der Jahreswechsel steht vor der Tür. Immer wieder kommt es zu Attacken.

Dortmund

, 28.12.2019, 04:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Jahreswechsel in diesem Jahr ist ein besonderer: Aus 2019 wird 2020 - und ein neues Jahrzehnt wird eingeläutet. Damit dieser Übergang so glimpflich wie möglich vonstattengeht, bereiten sich Einsatzkräfte der Polizei und Feuerwehr mit besonderen Maßnahmen auf die Silvesternacht vor.

So hat sich die Polizei Dortmund in mehreren Gesprächen mit der Stadtverwaltung auf die Silvesternacht 2019/2020 eingestimmt - der gemeinsame Einsatz von Polizei und Ordnungsamt beginnt in den frühen Abendstunden des 31. Dezembers.

Böllerverbotszonen eingerichtet

Es werden, wie bereits im Jahr zuvor, zwei Böllerverbotszonen in der Dortmunder City eingerichtet. Das Verwenden von Bengalos und bengalischen Feuern ist generell im gesamten Stadtgebiet verboten. Zudem kündigten Polizei und Ordnungsamt an, dass in der Silvesternacht deutlich verstärkt Präsenz gezeigt wird.

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Laut Polizeisprecher Peter Bandermann sei vor allem zu erwähnen, dass vermehrt Alkoholkontrollen durchgeführt würden. Dabei sollte man nicht nur das Auto im Zweifel stehen lassen: Auch das Fahren mit dem E-Roller ist alkoholisiert verboten.

Im vergangenen Jahr zog die Polizei eine überwiegend ruhige Bilanz: In einer Pressemitteilung hieß es, dass in der Silvesternacht 2018/2019 die Böller-Verbotszonen weitgehend beachtet und den Weisungen von Polizei und Ordnungsamt überwiegend Folge geleistet wurde. Zu einzelnen Zwischenfällen sei es jedoch gekommen.

Polizisten mit Pyrotechnik beschossen

Einer sticht besonders heraus: Im Bereich der Möllerbrücke seien laut der Mitteilung Polizisten aus einer großen Personengruppe, die zeitweise aus 400 Personen bestand, mit Flaschen und Pyrotechnik beworfen worden. Zwar sei dabei niemand verletzt worden, ein Streifenwagen sei jedoch zu Schaden gekommen. Ein 25-Jähriger wurde vorläufig festgenommen.

Doch das war noch nicht alles: Im Anschluss versuchten mehrere Personen, den 25-Jährigen zu befreien. Im Verlauf seien die Polizisten erneut mit Pyrotechnik beschossen worden, ohne Verletzte. Auch ein zweiter Angreifer wurde in Gewahrsam genommen.

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Unschöne Begegnungen mit Pyrotechnik muss auch immer wieder die Dortmunder Feuerwehr hinnehmen. Laut Feuerwehrsprecher Ralf Schröer komme es immer wieder vor, dass Einsatzwagen beschossen würden.

Pyro-Angriffe verzögern Einsätze

Die Menschen verhielten sich immer aggressiver - zumindest gefühlt sei das so, sagt Schröer. Ob wirklich mehr Feuerwehrleute mit Feuerwerk beschossen worden seien, könne er jedoch auf Anhieb nicht sagen, sagt er auf unsere Anfrage.

Einsätze würden durch den Beschuss zwar nicht gänzlich verhindert werden. Doch zu zeitlichen Verzögerungen komme es dennoch. Schließlich müssten Einsatzkräfte bei einer solchen "Belagerung" auch auf sich selbst achten.

Die Deutsche Feuerwehrgewerkschaft und die Gewerkschaft der Polizei NRW richten sich mit einem gemeinsamen Apell an Feiernde. In einer Pressemitteilung heißt es, dass man wieder vermehrt mit Angriffen auf Polizeibeamte, Rettungskräfte und Feuerwehrleute rechnen müsse. Mit der Kampagne "Respekt?! Ja Bitte!" werben sie für mehr Achtung und Rücksichtnahme.

Schneller vor Ort sein

Laut Schröer schraube man auch bei der Feuerwehr die Zahl des Personals an Silvester nach oben, um schneller vor Ort sein zu können. So setze man beispielsweise mehr Einsatzkräfte auf den Straßen und Personen in der Leitstelle ein.

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Die Polizei Dortmund weist noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass verantwortungsvoll mit Feuerwerkskörpern umgegangen werden soll - insbesondere, dass Böller und Raketen nicht gegen Personen gerichtet werden dürfen. Zudem solle man beim Abbrennen von Feuerwerkskörpern immer Rücksicht auf Menschen, Tiere und auch Gegenstände in der Nähe nehmen.

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