Bei der Wohnungslosen-Initiative Gast-Haus verändert sich vieles

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Eine der wichtigsten Dortmunder Einrichtungen für wohnungslose Menschen stellt sich neu auf. Gleichzeitig endet eine Ära. So geht es jetzt im Gast-Haus an der Rheinischen Straße weiter.

Dortmund

, 22.01.2020, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Verein „Ökumenische Wohnungslosen-Initiative Gast-Haus statt Bank“ hat einen neuen Vorstand. Das bedeutet zugleich: Mit Werner Lauterborn tritt einer der Gründungsväter nach mehr als 20 Jahren Vorstandsarbeit auf eigenen Wunsch in die zweite Reihe.

Werner Lauterborn übergab das Amt an Heinrich Bettenhausen (65). Diplom-Ökonom Bettenhausen war mehr als 30 Jahre lang Geschäftsführer von großen und mittelständischen Unternehmen. Einige Jahre lang war er ehrenamtlich Mitglied im Aufsichtsrat der Katholischen St.-Johannes-Gesellschaft.

Wachsende Armut in Dortmund ist eine Herausforderung - auch für das Gast-Haus

Seit einigen Jahren engagiert er sich im Gast-Haus und wurde von den Mitgliedern einstimmig zum ersten Vorsitzenden gewählt. Er betonte, dass er die gestiegene Herausforderung durch wachsende Armut in Dortmund annehme und dass weiterhin „die Gäste im Mittelpunkt aller Überlegungen und Entscheidungen stehen“.

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Werner Lauterborn war seit der Gründung 1996 Teil des Gast-Haus-Vorstands. Der Träger des Dortmunder Cityrings 2013 hat maßgeblich mitgeholfen, die heutige Struktur der Einrichtung aufzubauen. Immer unter der Maßgabe, „einen gastlichen Raum für Wohnungslose und von Armut betroffene Personen zu schaffen, aus dem sie nicht vertrieben werden, sondern herzlich willkommen sind“.

Werner Lauterborn wurde zum Ehrenvorsitzenden des Vereins ernannt. Seine Tochter Katrin Lauterborn ist Geschäftsführerin des Gast-Hauses.

15.000 Patienten in einem Jahr

Das Gast-Haus bietet Raum für Wohnungslose, aber auch für andere Menschen in prekären Lebensverhältnissen. Im Jahr 2018 wurden 122.000 Essen ausgegeben, 20.000 Bekleidungen gewechselt und 15.000 Patienten behandelt. Die Zahl der Personen, die an die Rheinische Straße 22 kommen, ist seit Jahren steigend.

Mit Helga Herbst, Karin Kötter, Reinhold Dege und Norbert Lipgens legten

weitere langjährige Vorstandsmitglieder ihr Amt nieder. Sie hatten wie auch Werner Lauterborn den Wunsch geäußert, von der zeitintensiven Vorstandsarbeit entlastet zu werden. Sie bleiben weiter Teil des Teams von rund 250 Ehrenamtlichen.

Dr. Ulrike Ullrich, ehemalige Leiterin des Sozialpsychiatrischen Dienstes beim Gesundheitsamt, wird zusammen mit dem Arzt Hans-Georg Kubitza die Netzwerkarbeit der Arzt-Praxis des Gast-Hauses koordinieren. Die Praxis wird in den nächsten Monaten um neue Räume erweitert.

Neu im Vorstand sind Nora Niemeier (Schatzmeisterin und Controlling) und Barbara Hermann (zuständig für die Abläufe in Gastraum und Küche).

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