Immer weniger Masken in Bus und Bahn - und DSW21 kann wenig dagegen tun

hzMaskenpflicht in Bus und Bahn

Regelmäßige Bahnfahrer berichten, dass sich immer weniger Menschen an die Maskenpflicht im Dortmunder ÖPNV halten. DSW 21 kann nicht viel gegen Masken-Muffel unternehmen.

Dortmund

, 05.06.2020, 08:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehrere Dortmunder berichten dieser Redaktion, dass die Maskenpflicht im ÖPNV immer öfter missachtet wird. „Viele ziehen die Maske in den Bussen und Stadtbahnen nur auf, wenn ein Kontrolleur kommt“, sagt etwa Frank Holthöfer aus Dortmund.

„Gefühlt jeder Fünfte hält sich nicht mehr an die Maskenpflicht“, meint Frank Holthöfer. Andere Augenzeugen schätzen die „Missachtungs-Quote“ sogar noch höher ein. „Die meisten haben zwar eine Maske dabei, manche tragen sie aber nur unter dem Kinn oder in der Hosentasche und ziehen sie über, wenn ein Kontrolleur kommt“, ergänzt Holthöfer.

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Frank Holthöfer fährt regelmäßig mit dem Dortmunder ÖPNV und ihn stört es, wenn die Maskenpflicht nicht beachtet wird. „Was unterscheidet denn den geschlossenen Fahrgastraum von einem Friseursalon, einer Gaststätte oder einem Verkaufsraum im Hinblick auf die Infektionsgefahr?“, fragt er sich.

Holthöfer wünscht sich Reaktion bei fehlender Maske

Holthöfer hat die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) mit dem Problem konfrontiert, die für die Busse und Stadtbahnen in Dortmund zuständig sind. Was er sich wünscht ist, eine Missachtung der Pflicht konsequent zu sanktionieren, wenn sie entdeckt wird.

Mittlerweile würden absurde Varianten entstehen, um sich vor der Maskenpflicht zu drücken. Holthöfer schildert, dass zum Beispiel ein Jugendlicher versucht habe, sein Kinn an die Brust zu drücken, um sich beim Einsteigen „den Halsausschnitt seines T-Shirts über die Nase ziehen zu können“. Diese Haltung habe er aber aufgegeben, als er am Sitzplatz angekommen sei.

Doch anstatt diejenigen aus dem Bus oder der Stadtbahn zu schmeißen, würden die DSW21-Mitarbeiter die Fahrgäste lediglich auf die Maskenpflicht hinweisen.

Das bestätigt auch die Antwort des Kundenservices auf Holthöfers Beschwerde: DSW21 würde die Maskenpflicht zwar unterstützen, „eine Kontrolle oder gar Sanktionierung von Verstößen ist jedoch auch künftig weder vorgesehen noch möglich.“

„Katz-und-Maus-Spiel“ mit DSW21-Personal

In der Mail des DSW21-Kundenservice heißt es weiter: „Es ist das berühmte ‚Katz-und-Maus-Spiel’, welches der eine oder andere Fahrgast mit dem Aufsichts- und Servicepersonal treibt.“ Die Stadtwerke würden „weiterhin an die gegenseitige Rücksichtnahme und auch Eigenverantwortung“ appellieren.

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Frank Holthöfer fühlt sich alleine gelassen und findet es inakzeptabel, wie die Regel von DSW21 gehandhabt wird: „Der Gastronomie wird mit Schließung gedroht, wenn sich die Kunden nicht an die Regeln halten, und in der Bahn ist es anscheinend erlaubt.“

Auf Anfrage unserer Redaktion bei der Stadt Dortmund und DSW21, wer für die Kontrolle und Sanktionierung der Maskenpflicht im Dortmunder ÖPNV zuständig sei, senden Stadt und Stadtwerke eine gemeinsame Stellungnahme.

Zuständig sei der Kommunale Ordnungsdienst, also die Ordnungspartnerschaft zwischen der Polizei und dem Ordnungsamt. Zu denen würde auch DSW21-Aufsichtspersonal zählen.

Erst Ermahnung, dann Bußgeld

Bevor es zu einer Strafe wegen Missachtung der Maskenpflicht käme, würde „zunächst auf eine freundliche Ansprache und die Einsicht der Betroffenen“ gesetzt werden, sagt Maximilian Löchter, Pressereferent der Stadt Dortmund. Wenn das nicht genügt, käme es zu einem Bußgeld in Höhe von 100 Euro für Erwachsene bzw. 80 Euro für Jugendliche ab 14 Jahren.

„Kontrollen können im gesamten Stadtgebiet zu jeder Zeit punktuell im Rahmen der personellen Möglichkeiten stattfinden. Dazu steht DSW21 in engem Austausch mit den Dortmunder Ordnungsbehörden“, heißt es in der gemeinsamen Stellungnahme. Die Kontrollen würden oft anlassbezogen, manchmal aber auch ohne bestimmten Grund vollzogen werden. Wie oft genau, konnte die Stadt nicht sagen.

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