Veranstalter sagen das Brackeler Oktoberfest 2020 ab

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Das Coronavirus hat nun auch das Brackeler Oktoberfest erwischt. Wir haben darüber und über die Zukunftsaussichten mit dem Hauptorganisator Ulrich Biegemeier gesprochen.

Brackel

, 27.06.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Arbeitsgemeinschaft Brackeler Vereine (ABV) hat ihr Oktoberfest abgesagt, das vom 2. bis 4. Oktober geplant war. Wir haben darüber mit Hauptorganisator Ulrich Biegemeier gesprochen.

Hallo Herr Biegemeier, wann ist die Entscheidung gefallen, das Fest abzusagen?
Erst gestern oder vorgestern (Anmerkung der Redaktion: 24./25.6.).

Aber da war doch schon klar, dass Großveranstaltungen bis 31. Oktober verboten sind.

Wir hatten immer noch Resthoffnung, weil es angeblich auch Ausnahmen geben sollte. Aber stimmt schon, wir hätten die Hygienevorschriften niemals einhalten können. Das fängt schon bei der Nachverfolgung von Infektionsketten an. Wir hätten ja nicht von Tausenden von Leuten, die immer mal wieder kommen und gehen, die Adressen aufschreiben können.

Aber schade ist das schon...

Ja, sicher ist das schade und traurig. Das Brackeler Oktoberfest ist ja die einzige Großveranstaltung dieser Art im ganzen Dortmunder Osten.

Haben Sie finanzielle Nachteile, weil Sie nun Verträge erfüllen müssen?

Nein, Gott sei Dank nicht. Aber für die Mitglieder des Schaustellervereins Rote Erde ist das schon hart. Die haben seit Weihnachten keine richtigen Einnahmen mehr.

Aber das Brackeler Oktoberfest wird es weiter geben, oder?

Ja, natürlich. Ich habe immer gesagt, dass ich selbst es bis zur 25. Ausgabe organisieren werde. In diesem Jahr wäre Nummer 24 an der Reihe gewesen. Also muss ich jetzt bis 2022 weitermachen. Und auch für danach wird sich eine Lösung finden.

Ein solches Bild scheint fast aus einer anderen Zeit zu stammen: ein Eindruck vom Brackeler Oktoberfest 2019.

Ein solches Bild scheint fast aus einer anderen Zeit zu stammen: ein Eindruck vom Brackeler Oktoberfest 2019. © Schaper (Archiv)

Ich habe gefragt, weil ich manchmal den Eindruck habe, dass Kirmesveranstaltungen heute nicht mehr so angesagt sind wie früher.

Das ist sicher richtig, wenn es um die reine Kirmes geht. Die Dortmunder Herbstkirmes auf dem Fredenbaumplatz gibt‘s ja auch nicht mehr. Aber unser Oktoberfest ist ja keine reine Kirmes, sondern bestenfalls Kirmes gemischt mit einem Volksfest. Und das kommt schon noch an, wie wir an den hohen Besucherzahlen sehen.

Viele Veranstalter solcher Events klagen über die hohen Auflagen, die es zu erfüllen gilt. Geht es Ihnen ähnlich?

Allerdings. Es ist unglaublich, was wir alles beachten müssen. Feuerwehrzufahrten, Abstände zur Wohnbebauung, Abstände der Stände zueinander und so weiter und so weiter. Wenn Sie sowas beantragen, müssen Sie heute einen Katasterauszug beifügen. Einmal haben wir die Genehmigung erst bekommen, als Bürgermeisterin Birgit Jörder das Fass anstechen wollte. Sogar nach dem Fest haben wir sie mal bekommen. Aber das läuft jetzt wieder besser, seit das wieder in der Hand des Ordnungsamtes ist und nicht mehr beim Tiefbauamt liegt.

Mit Nachbarn haben Sie auch gelegentlich Ärger, oder?

Ja, einmal hat sich eine Anwohnerin über die laute Musik beschwert, obwohl die noch gar nicht an war.

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