Verein für ein Krankenhaus in Ghana packt nun für die Inneneinrichtung

hzKrankenhaus Ghana

Das Krankenhaus in Ghana, das durch den Dr. Okae aus Dortmund ermöglicht wurde, nimmt langsam Gestalt an. Doch bis zur Inbetriebnahme ist es noch ein weiter Weg.

von Alexandra Wachelau

Loh, Lünen

, 12.10.2020, 16:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Peggy Griewels Handy steht seit 2017 nicht still. „Wir sind immer unterwegs“, sagt die 63-Jährige. Seit mehr als drei Jahren ist sie für die Sachspenden im Förderverein „Krankenhausbau in Ghana“ zuständig und packt deswegen fast jedes Wochenende Pakete, sammelt Krankenhausmaterialien und bittet unablässig Firmen um Sachspenden.

Medizinische Grundversorgung für Menschen in Ghana

Damit ist Griewel die rechte Hand von Dr. Samuel Okae, der den Krankenhausbau in Ghana gestartet hat. Dr. Okae ist momentan Oberarzt an der Paracelsus Klinik in Hemer. 2002 begann er sein Medizinstudium in Berlin, war jahrelang an der Charité.

Dr. Samuel Okae und Peggy Griewel arbeiten seit 2017 Hand in Hand, um das Krankenhaus in Ghana zu errichten.

Dr. Samuel Okae und Peggy Griewel arbeiten seit 2017 Hand in Hand, um das Krankenhaus in Ghana zu errichten. © Michael Nickel (Archiv)

Zehn Jahre später startete er sein Herzensprojekt: den Krankenhausbau in Ghana. In dem Land in Afrika gibt es bisher kein Krankenhaus, das eine medizinische Grundversorgung sichern kann. Viele Schwangere sterben in Ghana bei der Geburt – auch, weil sich viele Menschen keine Krankenhausbehandlung leisten können.

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Vor allem Kinder leiden darunter. Das Krankenhaus von Dr. Okae soll den Menschen aus Ghana nicht nur westliche Standards bieten, sondern auch Kinder unter fünf Jahren umsonst behandeln.

Ein ambitioniertes Ziel. Doch: Inzwischen steht das Krankenhaus bereits – und befindet sich in der Innenausbauphase. „Corona hat uns natürlich auch einen Strich durch die Rechnung gemacht“ sagt Peggy Griewel.

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Mit Hilfe einer Solaranlage sollen Betriebskosten gesenkt werden und noch mehr Kinder kostenlos behandelt werden können. Dafür wird immer noch dringend Geld benötigt.

Trotzdem kann Peggy Griewel nur immer wieder ihre Dankbarkeit dafür beteuern, dass es der Verein überhaupt so weit gebracht hat: „Wir sind unendlich dankbar, dass uns so viele Firmen wirklich riesengroße Spenden geben, auch in diesen Zeiten“, sagt sie.

Sachspenden von Firmen

Sie zählt auf: „Die Leco-Werke haben uns Glasfasertapeten gegeben, die Firma Ter Hürne aus Südlohn hat uns Venylböden für die OP-Räume gespendet und Aluleisten der Firma Sondro vermittelt. Dieses Wochenende erst haben uns die Christophorus-Kliniken aus Dülmen ein riesiges Wäschekonvolut geschenkt“, sagt sie.

Das Wäschekonvolut aus den Christophorus-Kliniken in Dülmen wurde vergangenes Wochenende abgeholt. Fast das gesamte Krankenhaus ist durch solche Sachspenden aufgebaut worden.

Das Wäschekonvolut aus den Christophorus-Kliniken in Dülmen wurde vergangenes Wochenende abgeholt. Fast das gesamte Krankenhaus ist durch solche Sachspenden aufgebaut worden. © Petra Griewel

„Und das sind nur die aktuellen Sachspenden, es kommt beinahe täglich etwas Neues dazu“, sagt sie.

Sie selbst managt die Spendenflut und packt mit den anderen Vereinsmitgliedern fast jedes Wochenende mit an, wenn es darum geht, die Container für Ghana zu befüllen. „Jedes Teil ist fünfmal durch meine Hände und zwanzigmal durch meinen Kopf gegangen“, sagt sie.

Sachspenden, Geld und helfende Hände

„Vor allem Edelstahl-Handläufe für die Gänge der drei Etagen, werden noch dringend benötigt. Ebenso eine Umzäunung für das Außengelände“, sagt Peggy Griewel. Auch Spielgeräte und Sportkunstrasen für den geplanten Spielplatz werden noch gesucht. Sobald Einreisen wieder möglich sind, wird vor Ort humanitäre Hilfe benötigt. „Jegliche Handwerkliche Hilfe vor Ort in Ghana bringt uns weiter“, sagt Peggy Griewel. Zu kontaktieren ist sie unter Tel. 0176 62511434. Der Verein hat für Geldspenden folgendes Konto eingerichtet: Hilfe für Krankenhausbau in Ghana e.V., IBAN: DE41 4404 0037 0322 2213 00, BIC: COBADEFFXXX, Commerzbank. Aktuelle Informationen und weitere Hilfsmöglichkeiten gibt es auf der Internetseite des Vereins.

Ende 2021 soll das Krankenhaus eröffnen. Dann wird Peggy Griewel endlich auch vor Ort die Früchte ihrer Arbeit sehen. Vor allem die Kinderbereiche gestaltet sie – neben ihrer Arbeit als Koordinatorin für Sachspenden – persönlich mit: „Es wird nicht nur das professionellste, sondern auch das schönste Krankenhaus.“

Für jedes Kinderbett hat sie ein Tierbild entworfen: „Auch mit Tieren aus Europa, die die Kinder dort vielleicht nicht kennen.“

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