Vereinigung mit Sitz am Brackeler Hellweg widmet sich dem Bier

hzDie Freien Brauer

Ganz dem Bier verschrieben hat sich eine Organisation, die bereits seit 1993 ihren Sitz am Brackeler Hellweg 124 hat - und das, obwohl es in Dortmund kaum noch Brauereien gibt.

Brackel

, 06.01.2020, 08:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Organisation, die bereits seit 1993 ihren Sitz am Brackeler Hellweg 124 hat, erinnert an die starke Dortmunder Bier-Tradition: Die Freien Brauer, ein Zusammenschluss von 40 mittelständischen Familienbrauereien in Deutschland, Österreich und Luxemburg.

Geschäftsführer ist Jürgen Keipp (59), der dieses Amt 2009 von Klaus Friedrich Jonasson übernommen hat. Hinter der Radeberger-Gruppe und der TCB Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Frankfurt an der Oder seien die Freien Brauer heute der drittgrößte Brauerzusammenschluss.

2019 hat die Vereinigung ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. 1969 wollte der Oetker-Konzern eine nationale Biermarke aus Italien in Deutschland positionieren. Dagegen machten die Dortmunder Thier-Brauerei sowie die Herforder, Krombacher und Licher Brauerei Front, schlossen sich zur Deutschen Braukooperation zusammen. Die Oetker-Vision wurde nicht Realität, aber der kleine Verbund war in der Welt.

Bald kamen mehr Aktivitäten hinzu: zum Beispiel der gemeinsame Einkauf von Rohstoffen wie Hopfen, Malz und Weizen. Der damalige Thier-Chef Peter Cremer machte sich dafür besonders stark. Auf regelmäßigen Treffen der Mitglieder wurden und werden Erfahrungen ausgetauscht. Schulungen kommen hinzu.

Vereinigung mit Sitz am Brackeler Hellweg widmet sich dem Bier

Die Plakate in den Räumen der Freien Brauer weisen auf die Biertradition hin - hier ein Plakat des Frankfurter Bürgerbräus. © Andreas Schröter

Den Freien Brauern sind zwei Prinzipien wichtig: Zum einen muss es sich bei den Mitglieder-Brauereien um Familienunternehmen handeln, die bereits seit mehreren Generationen aktiv sind. Spitzenreiter ist hier die Privat-Brauerei Zötler, die seit 1447 existiert und damit die älteste Privat-Brauerei der Welt ist.

Biersommelier-Weltmeister machen mit

Zum anderen geht es den Freien Brauern um die „Bierkultur“. Mitgliederunternehmen müssen bereit sein, sie zu fördern. Beispiele für diesen Punkt ist die Mitgliedschaft der beiden Biersommelier-Weltmeister Sebastian Priller und Elisa Raus.

Und obwohl es heute in Dortmund nur noch die kleine Bergmann-Brauerei auf Phoenix-West gibt, denken die Freien Brauer nicht daran, ihren Standort zum Beispiel nach Süddeutschland zu verlegen. „Im Grunde ist es egal, wo wir sind“, sagt Jürgen Keipp, „unsere Stärke ist gerade unsere regionale Vielfalt.“ Gebe es zum Beispiel Missernten beim Hopfen oder Weizen, haben die Freien Brauer genügend Kontakte zu Landwirten in anderen Regionen, in denen die Ernte besser war, und können solche Situationen gut auffangen.

Geschäftsführer ist in Dortmund heimisch geworden

Auch Jürgen Keipp selbst, der aus der Nähe von Fulda stammt, aber seit 1984 in Dortmund lebt, möchte die Stadt nicht mehr missen. Nicht festlegen möchte er sich übrigens auf seine Lieblings-Biersorte. Es gebe 350 verschiedene Biere und 95 unterschiedliche Bier-Stile. Welcher das passende sei, hänge vom Anlass ab.

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