Vergewaltigungsvorwurf gegen Trainer: Wo war der Tatort in Dortmund?

hzSchülerin erhebt schwere Anschuldigung

Wegen der Corona-Krise läuft auch der Vergewaltigungs-Prozess gegen einen Sporttrainer aus Castrop-Rauxel derzeit im „Minimal-Modus“. In der Dortmunder Tatortfrage gibt es aber Fortschritte.

Bochum/Castrop-Rauxel/Dortmund

, 08.04.2020, 18:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Prozess gegen einen Kampfsporttrainer (59) aus Castrop-Rauxel, der vor fast 30 Jahren eine minderjährige Taekwondo-Schülerin mehrfach brutal vergewaltigt haben soll, wollen die Richter spätestens Mitte Mai mit der Vernehmung der ersten Zeugen beginnen. Dann soll es insbesondere auch um die Aufklärung der heißen Spur zu einer möglichen Tatort-Wohnung in Dortmund-Barop gehen.

Richter Alexander Dehmel gab nun am Bochumer Landgericht bekannt, dass die 10. Strafkammer zwischenzeitlich den Hauseigentümer des in Frage kommenden Wohnhauses im Ortskern von Barop habe ermitteln können.

Aus dem Melderegister hatte sich zuletzt ergeben, dass der angeklagte Kampfsporttrainer im Jahr 1993 nach Dortmund gezogen ist. „Der Hauseigentümer wird von uns nun als Zeuge geladen werden“, so Richter Dehmel. Kernpunkt der Befragung soll der Grundriss der seinerzeit offenbar an den Angeklagten vermieteten Wohnung sein.

Zeugin hatte Grundriss-Skizze angefertigt

Bei ihrer Zeugenvernehmung hatte sich die heute 44-jährige Belastungszeugin zwar noch genau an den Zuschnitt der Wohnung ihres damaligen Trainers erinnern können und dazu sogar eine Skizze angefertigt – nicht aber an die genaue Anschrift in Dortmund.

Jetzt lesen

Die inzwischen in Süddeutschland lebende Frau hatte sich im Jahr 2015 entschlossen, eine Strafanzeige wegen der mutmaßlichen Übergriffe durch ihren früheren Kampsporttrainer zu erstatten. Insgesamt drei Sex-Taten sollen sich zwischen 1991 und 1993 jeweils in der Umkleidekabine eines Bochumer Kampfsportvereins und in einer Dortmunder Wohnung ereignet haben.

In ihrer Zeugenvernehmung hatte die Frau Mitte März berichtet, dass der erste Sex-Übergriff ihres Trainers in der Umkleidekabine sie damals regelrecht überrumpelt hat.

Trainer soll nach Vergewaltigung nur gegrinst haben

„Er hat mich zu sich gerufen, in die Umkleide reingezogen und mit dem Kopf an die Wand gedrückt“, hatte sich das mutmaßliche Opfer erinnert. Fixiert durch einen Kampfsportgriff, sei sie dann brutal vergewaltigt worden. Der Trainer dagegen habe sie danach nur überlegen angegrinst.

Jetzt lesen

Den Übergriff in der damaligen Dortmunder Wohnung des Trainers hatte die Zeugin vor Gericht so geschildert: „Es ging damals darum, etwas bei ihm zu Hause abzuholen.“ Oben in der Wohnung angekommen, habe der Trainer sie mit ihren gerade 15 Jahren gefragt, ob sie denn schon einen Freund habe. Auf ihr „Nein“ habe der Angeklagte ihr erklärt: „Dann kannst Du ja froh sein, dass Du jetzt einen richtigen Mann hast.“ Dann sei er über sie hergefallen. Der Prozess wird fortgesetzt.

Lesen Sie jetzt