Verkäuferin: "Es tut mir Leid"

03.07.2009, 18:51 Uhr / Lesedauer: 1 min

Dieser Auftritt im Zeugenstand vor dem Amtsgericht war der Dortmunder Verkäuferin gestern sichtlich unangenehm.

Eindeutig hatte sie im Januar auf Polizeifotos jenen Mann wieder erkannt, der im Januar in ihrem Mengeder Geschäft gleich zweimal lange Finger gemacht hatte.

Doch als sie den Mann dann gestern in natura auf der Anklagebank sah, rutschte ihr fast das Herz in die Hose: "Ich kann mich nur entschuldigen, aber dieser Mann war es nicht. Er sieht ihm vielleicht ähnlich, aber er ist sicher nicht der Dieb."

Für den Familienvater aus Lünen ging damit eines der unangenehmsten Kapitel seines Lebens doch noch mit einem Lächeln zu Ende. Vehement hatte er zuvor im Prozess seine Unschuld beteuert. Sogar seine Lebensgefährtin und seine Tochter hatte er mitgebracht, damit diese seine Alibis für die beiden Tattage bestätigen könnten.

Zum Zeitpunkt des ersten Diebstahls hatte er zusammen mit der übrigen Familie den 70. Geburtstag der Tante gefeiert. Zwei Tage später, als der Dieb in Mengede gerade wieder zuschlug, lag der Angeklagte friedlich im Bett. Er war gerade von der Nachtschicht als Kraftfahrer zurückgekehrt und musste sich für die nächste Schicht ausruhen.

Nach der offenen Entschuldigung der Zeugin hatte dann auch das Gericht ganz schnell keine Fragen mehr. "Die Sache ist ja wohl eindeutig", hieß es. Der Angeklagte wurde wegen erwiesener Unschuld freigesprochen.

Der Dieb, der in dem Drogeriemarkt in Mengede immerhin Waren im Wert von über 100 Euro hatte mitgehen lassen, dürfte jetzt wahrscheinlich nie mehr gefasst werden. von

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