Neue Verkehrs-Maßnahme soll das Dortmunder Kreuzviertel entlasten

hzBrücke Lange Straße

Eine neue Verkehrs-Maßnahme an der Brücke Lange Straße soll für Ruhe im Kreuzviertel sorgen. Schwerere Lkw als bisher können sie jetzt passieren – zu Lasten der anderen Verkehrsteilnehmer.

Dortmund

, 28.10.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Brücke an der Lange Straße in Dortmund sorgt immer wieder für Ärger. Wegen Zweifeln an ihrer Tragfähigkeit wurde sie im Dezember 2017 für Lkw mit mehr als 16 Tonnen gesperrt.

Fortan fuhren diese Schwerlastfahrzeuge über die Kreuzstraße und die Kuithanstraße mitten durch das Kreuzviertel.

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Eine Bürgerinitiative hatte gefordert den Brücke für LKW mit 18 Tonnen wieder zu öffnen, um das Kreuzviertel zu entlasten. Eine Forderung, der die Stadt nun nachgekommen ist. Seit Beginn dieser Woche (KW 44) geht es über die Brücke nur noch im einspurigen Verkehr. Dadurch sollen die schwereren Lkw wieder über die Brücke fahren können.

Führt die verkehrsberuhigende Maßnahme zu Verkehrschaos?

In diesem Fall führte die Maßnahme zu Beginn allerdings zu einem Verkehrschaos, so erzählt es zumindest ein Leser.

Durch die Wölbung der Brücke sei für die darüber fahrenden Autos nicht immer ersichtlich, ob auf der gegenüber liegenden Seite andere Verkehrsteilnehmer schon losgefahren sind. Da helfe auch das Schild, das die Vorfahrt regeln soll, nicht weiter, sagt er.

Autos können am Anfang der Brücke nicht immer erkennen, ob auf der gegenüberliegenden Seite andere Verkehrsteilnehmer schon losgefahren sind.

Autos können am Anfang der Brücke nicht immer erkennen, ob auf der gegenüberliegenden Seite andere Verkehrsteilnehmer schon losgefahren sind. © Uwe Kisker

Der Leser berichtet, dass er am Montag (26.10.), dem ersten Tag der Verengung, an der Brücke vorbei lief und beobachten konnte, wie die neue einspurige Verkehrsführung dazu führte, dass eine ganze Reihe von Autos „Schnauze an Schnauze“ standen. „Nichts ging vor oder zurück“, sagt er.

Ampelanlage soll den Verkehr regeln

Am Mittwoch (28.10.) dann die Reaktion der Stadt. Wohl um solche Situationen zu vermeiden, wurde am Mittwoch damit begonnen, eine Ampelanlage aufzubauen, die den Verkehr dauerhaft regeln soll.

Pressesprecher Christian Schön erklärte, dass es sich bei der Verengung nicht um ein Provisorium handele „da der bauliche Zustand der Brücke nach zeitintensiven Berechnungen keine weiteren Belastungen mehr zulässt.“

Bürgerversammlung wegen Verkehrswahnsinn im Kreuzviertel

Schön verweist zudem auf die Bürgerversammlung, die am 29. Oktober (Donnerstag) stattfinden soll, zu dem Thema: „Schwerlastverkehr im Kreuzviertel“. Fragen oder Anregungen der Bürger zu de könnten an diesem Termin behandelt und geklärt werden.

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Auch die Umsetzung der Verengung, beziehungsweise deren Konsequenzen stünden an dem Termin offen zur Diskussion. Wer vor Ort präsent sein möchte, sollte sich unbedingt unter folgender Email-Adresse anmelden erklärt Schön: brueckelangestrasse@dialoggestalter.de

Bürgerversammlung möglicherweise nur digital

Wer aufgrund der Corona-Maßnahmen nicht persönlich zu der Veranstaltung kommen kann oder es nicht möchte, hat die Möglichkeit, über einen Live-Stream der Stadt auf www.dortmund.de das Treffen zu verfolgen.

Ohnehin könne es sein, so Schön am Mittwochnachmittag (28.10.), dass das Treffen nur im Digitalen stattfinden werde. Das hinge an möglichen Beschlüssen die später am Tag in die Corona-Schutzverordnung des Landes übernommen werden könnten.

Sollte es möglich sein, werde die Versammlung allerdings wie geplant um 19 in der Turnhalle der Kreuzgrundschule beginnen.

Ein alter Fehler wirft einen langen Schatten

Die Ursprünge dieser Verkettung von Ärgernissen mit der Brücke an der Lange Straße liegen im Jahr 1960, als sie gebaut wurde. Damals wurde für den Bau ein bestimmter Spannstahl verwendet – eigentlich ein besonders stabiles und festen Material.

Der Spannstahl, der in der Brücke Lange Straße verbaut wurde, erwies sich allerdings „nach dem aktuellen Stand der Technik als besonders spannungsrissgefährdet“, wie die Stadt in einer Stellungnahme zu der Brücke bekannt gab. Das heißt, der Spannstahl kann durch chemische Prozesse innerhalb des Baukörpers korrodieren.

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