Verwahrloste Kunst: Es tut sich was

DORTMUND Schmierereien auf Skulpturen, angelaufene Bronze-Plastiken, Metall-Objekte mit Rostspuren: Die öffentliche Kunst in Dortmund braucht dringend einen Kümmerer. Nun gibt es erste Hoffnungsschimmer.

von Von Katrin Pinetzki

, 15.01.2008, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

So wurde die jüngste Dortmunder Plastik, Stefan Sous' Objekt "Chip", vor einigen Tagen von seinen Schmierereien befreit - von einer Reinigungstruppe des Tiefbauamtes, das für die Kunst in der Stadt zuständig ist. Allerdings wohl nicht mehr lange. "Ich habe von Dezernent Ullrich Sierau den Auftrag, mit der Kulturverwaltung über Zuständigkeiten zu sprechen", sagt Alfred Götzmann, Vize-Leiter des Tiefbauamtes. "Wir hätten das Thema gern geregelt. Die Skulpturen- betreuung braucht Sachverstand, der über unsere technischen Fähigkeiten hinausgeht", meint er.

Indes haben Privat- und Geschäftsleute längst die Initiative ergriffen. Schon seit einigen Jahren kontrollieren Maler-Lehrlinge der Wohnungs- Genossenschaft GWS in Hörde regelmäßig die fünf Skulpturen von Bernhard Hoetger in Hörde; ungezählte Male haben sie die Kupfer-Figuren schon von Schmierereien befreit. Die Ausdauer zahlt sich aus: "Das Graffiti-Problem hat abgenommen", resümiert GWS-Geschäftsführer Johannes Hessel.

"Die Dortmunder müssen auch für ihre Kunstschätze sensibilisiert werden", findet die neue Leiterin des Kunstvereins, Simone Rikeit. Die Kunsthistorikerin, die u.a. in Münster bei der Ausstellung "Skulptur Projekte" mitgearbeitet hat, bietet im Januar und Februar in der Volkshochschule zwei Vorträge zum Thema "Kunst im öffentlichen Raum". In einem Bild-Vortrag will sie zeigen, wie sich die Formensprache und die Materialien vom Ende des 19. Jahrhunderts bis heute verändert haben.

Nicht immer allerdings liegt es am fehlenden Kümmerer, wenn Kunstwerke verwahrlosen. "Ich bin mir der Probleme unserer Außen-Skulpturen sehr bewusst", sagt etwa Rosemarie Pahlke vom Ostwall-Museum. Für die Stahlskulptur "Passage" im Park aber müsste eine Metallrestauratorin kommen, auch die anderen Werke rund ums Museum hätten eine Restaurierung nötig. Die Kosten belaufen sich auf 40 000 Euro. "Das geben wir aber nur aus, wenn die Werke anschließend einen anderen Platz bekommen", so Pahlke. Sie setzt auf einen Umzug zum neuen Museums-Standort am U.

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