Veterinäramt prüft Verdachtsfall auf Amerikanische Faulbrut

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Im Kreisimkerverein Dortmund gibt es einen Verdachtsfalls auf Faulbrut. Das Vererinäramt prüft den Fall. Für Imker könnte eine Bestätigung Folgen haben.

Scharnhorst

, 15.04.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Verdachtsfall einer möglichen Amerikanischen Faulbrut (AFB) ist im Nordosten von Dortmund aufgetreten. Bisher seien 22 Bienenvölker eines Imkers betroffen, wie die Pressestelle der Stadt Dortmund mitteilt. Aufgefallen sei der Verdachtsfall durch eine freiwillige Probe des Futterkranzes, der der Versorgung der Bienenbrut und der Königin dient.

Der Kreisimkerverein Dortmund informierte seine Mitglieder über den Verdachtsfall per E-Mail. „Uns war es wichtig, so offen wie möglich damit umzugehen, sodass alle Imker frühzeitig darauf reagieren und ihre Bienenvölker überprüfen können“, betont Jörg Krafft, Vorsitzender des Kreisimkervereins.

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Bei der Amerikanischen Faulbrut handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche, von der ausschließlich die Brut von Honigbienen betroffen ist. Für Bienenlarven endet eine Infektion mit dem bakteriellen Erreger tödlich.

Gefahr für Menschen besteht nicht

Eine Gefahr für den Menschen besteht nicht. Was auf einen Faulbrutbefall hinweisen könnte sind eine breiige, kaffeebraun verfärbte und fadenziehende Masse in den Brutzellen, ein rauer, dunkler Schorf auf ehemaligen Brutzellen und ein fauliger Geruch.

Diese Bienen sind putzmunter. Sie sind gesund und nicht betroffen.

Diese Bienen sind putzmunter. Sie sind gesund und nicht betroffen. © dpa (Symbolbild)

Ob es sich bei dem Dortmunder Bienenbefall um die Amerikanische Faulbrut oder die als gutartig eingestufte Europäische Faulbrut handelt, stehe laut der Stadt noch nicht fest.

Amtstierärztliche Untersuchung

Der betroffene Bienenstand ist gesperrt und alle Bienenvölker seien amtstierärztlich untersucht worden. Proben des Futterkranzes und der Brutwaben seien gezogen und zur Untersuchung in das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Westfalen in Arnsberg überstellt worden. Sollte die Amerikanische Faulbrut festgestellt werden, müsse der Imker die betroffenen Bienenvölker dem so genannten „Kunstschwarmverfahren“ unterziehen.

Dabei werden alle alten Brut-, Futter- und Honigwaben unschädlich entsorgt; die Bienen bekommen eine neue Behausung. Diesen Schritt habe der Dortmunder Imker bereits vor zwei Wochen freiwillig vollzogen, ohne den Befund abzuwarten, so die Pressestelle der Stadt.

Womit müssen die anderen Dortmunder Imker rechnen?

Laut Bienenseuchen-Verordnung erklärt die zuständige Behörde nach amtlicher Feststellung der Amerikanischen Faulbrut das Gebiet in einem Umkreis von mindestens einem Kilometer um den betroffenen Bienenstand zum Sperrbezirk. Innerhalb des Sperrbezirks dürfen ohne amtliche Genehmigung weder Bienenvölker von ihrem Standort entfernt, noch Bienenvölker in den Sperrbezirk gebracht werden.

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Für den Kreisimkerverein Dortmund fand die Stadt lobende Worte. In ähnlichen Situationen hätten alle Dortmunder Imker gut mit dem Veterinäramt kooperiert, „sodass notwendige Untersuchungen auf freiwilliger Basis früh und unbürokratisch eingeleitet werden konnten“.

Wichtig sei nun, zu überprüfen, ob Bienenvölker anderer Imker betroffen seien. Daher werden aktuell weitere Proben entnommen, erklärt Krafft. Sollte sich der Verdacht auf Amerikanische Faulbrut bestätigen, müsse geklärt werden, auf welchem Wege es zur Infizierung kommen konnte.

Keinen Honig unbedacht verfüttern

Die Faulbrutsporen werden hauptsächlich durch räubernde Bienen oder kontaminierte Waben und Behausungen übertragen. Außerdem kann kontaminierter Honig zur Einschleppung des Erregers führen.

Darum warnte der Deutsche Imkerbund jüngst Laien davor, Honig als gut gemeinte Hilfe an Bienen zu verfüttern.

Insbesondere Importhonig enthalte häufiger den Faulbruterreger. „Honiggläser sollte man daher vor dem Entsorgen gründlich auswaschen“, sagt Jörg Krafft. Generell sei Honig aus heimischer Produktion auch im Hinblick auf die Gesundheit der Bienen zu bevorzugen.

Der letzte in Dortmund bekannte Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut wurde im Juni 2010 festgestellt und galt im Juli 2011 als überstanden.

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