19 Motorräder sind bei dem Großeinsatz in ganz NRW beschlagnahmt worden. © dpa
Organisierte Kriminalität

Video: Polizei-Razzia mit fast 500 Kräften gegen Bandidos – auch in Dortmund

Rund 500 Polizisten waren am Donnerstagmorgen bei einer Razzia gegen Rockerbanden im Einsatz. Auch in Dortmund wurde ein Gebäude durchsucht. Der Einsatzleiter spricht über die Bandidos in der Stadt.

Die Polizei Dortmund hat am Donnerstag einen NRW-weiten Großeinsatz mit 488 Einsatzkräften gegen das Rockermilieu geleitet. An 28 Stellen in verschiedenen Städten, vor allem in Hagen, sind Wohnungen von Mitgliedern der am selben Tag verbotenen Vereine „Bandidos MC Hohenlimburg/Witten“ und „Los Compadres Hagen“ durchsucht worden.

Es handele sich um eine kriminelle Vereinigung, so Innenminister Herbert Reul. „Los Compadres“ sind für die Polizei eine Teilorganisation der Bandidos. Teilweise waren Spezialeinsatzkräfte zu sehen, im Dortmunder Westen waren Kriminal- und Bereitschaftspolizei an der Rahmer Straße im Einsatz.

Innenminister Reul sagte in Düsseldorf: „Auf das Konto der Mitglieder gehen versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung sowie zahlreiche Verstöße gegen das Waffengesetz. Es gab Schießereien auf offener Straße.“ Gemeint sind Vorfälle aus der Vergangenheit – nicht vom Donnerstagmorgen. „Die Rocker spielen mit dem Leben von unschuldigen Menschen und bedrohen die öffentliche Sicherheit“, so Reul.

Ziel des Einsatzes ab 6 Uhr morgens war es, Einblick in die Finanzen der Vereine zu bekommen, um zu schauen, wie sich die Rocker finanzieren. Vereinsvermögen wurde beschlagnahmt, 19 Harley-Davidson-Motorräder, 18 Kutten, ein Schlagring und „geringe Mengen Betäubungsmittel“ wurden sichergestellt.

Verbot hat keinen Einfluss auf Bandidos-Club in Dortmund

Welche Dinge an welchen Orten gefunden wurden, hat die Polizei zunächst nicht mitgeteilt. Es sei nirgendwo zu Zwischenfällen gekommen, heißt es.

Einsatzleiter Walter Kemper betont, dass das Verbot und die Razzia keinen Einfluss auf den Bandidos-Club in Dortmund haben: „Dieses Chapter, das im Hagener Raum angesiedelt ist, hat mit dem Dortmunder Chapter erst mal nichts zu tun.“ Bei der Dortmunder Durchsuchung handele es sich um ein Mitglied eines der beiden jetzt verbotenen Vereine.

Unabhängig vom Einsatz am Donnerstag sagt Kemper zu den Bandidos in Dortmund: „Natürlich machen sie uns Arbeit, weil wir Wert darauf legen, dass sich diese Gruppe an Recht und Gesetz hält. Und wir wissen, dass das nicht immer die unbedingte Zielrichtung eines Rockerclubs ist.“ Handel mit Waffen oder Betäubungsmitteln gehörten dazu, durch die Revierkämpfe gegen verfeindete Gruppen könne es auch zu schwersten Straftaten bis hin zu Tötungsdelikten kommen, so Kemper.

Nach gewalttätigen Auseinandersetzungen mit einem verfeindeten Clan in den Jahren 2018 und 2019, teils auf offener Straße, sagt Kemper: „Zurzeit, Gott sei Dank, ist es in diesem Bereich wieder ruhiger geworden.“

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Leitender Redakteur, seit 2010 in der Stadtredaktion Dortmund, seit 2007 bei den Ruhr Nachrichten.
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Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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