Viele schlechte Noten für die Bahnhöfe im Stadtbezirk Hombruch

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In der Corona-Krise werden die Zugverbindungen reduziert. Was aber bleibt, sind die Bahnhöfe – und ihre oft schmuddeligen Zustände. Die sind im neuen Stationsbericht des VRR dokumentiert.

von Alexandra Wachelau

Hombruch

, 16.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bahnhöfe in Dortmund sind nicht immer in einem guten Zustand – Pendler können davon ein Lied singen. Graffiti, Dreck und unsichere Zugänge sind dabei nur einige Kritikpunkte. Der VRR veröffentlicht seit 13 Jahren einen sogenannten Stationsbericht. Auch für 2019 wurde ermittelt, wie die einzelnen Bahnhöfe und Haltestellen im Gebiet des Verkehrsverbundes Rhein Ruhr (VRR) abgeschnitten haben.

Bewertet wurden die Sauberkeit, Funktionalität und Graffiti im Zugangsbereich und auf den Bahnsteigen, außerdem gibt es eine Gesamtbewertung für die Bahnhöfe – markiert mit roten, gelben und grünen Punkten. Besuche vor Ort zeigen: Nicht immer sind die dabei angegebenen Bewertungen nachvollziehbar.

In der nächsten Zeit werden vermutlich weniger Züge an den Bahnhöfen halten. Die Zugverbindungen werden wegen des Corona-Virus reduziert. Die oft schäbigen Verhältnisse an den und in den Bahnhöfen des Stadtbezirks aber bleiben. Hier ein Überblick:

Das sind die Bewertungen der Bahnhöfe in Hombruch

Der Bahnhof Barop ist nicht sehr einladend. Zumindest der Bahnsteig ist sauber.

Der Bahnhof Barop wirkt nicht sehr einladend. Zumindest der Bahnsteig ist sauber. © Alexandra Wachelau

Barop: Obwohl die Gesamtbewertung im grünen Bereich liegt, gibt es hier Problemstellen. Im Zugangsbereich wurden die Punkte Sauberkeit und Graffiti mit rot gekennzeichnet, am Bahnsteig selber wurde der Punkt Graffiti mit gelb bewertet.

Vor Ort wird die bemängelte Unsauberkeit deutlich. Tüten und Zeitungen fliegen den Bahnsteig entlang oder verfangen sich im Zaun, Zigarettenstummel sammeln sich auf dem Boden.

Im Tunnel steht Wasser – vermutlich vom Regen. Lassen Reisende den Zugangsbereich jedoch hinter sich, macht der Bahnsteig selber einen ordentlichen Eindruck. Lediglich das Dach scheint schon etwas älter. An vielen Stellen blättert der Putz ab, Wasser und Schmutz läuft die Dachträger herunter.

Hier ist laut dem Verkehrsverbund eine Modernisierung erforderlich. Allerdings sei gleichzeitig die Finanzierung nicht gesichert.

Kirchhörde: Bis auf einen roten Punkt im Bereich Graffiti scheint am Bahnhof alles in Ordnung zu sein – so zumindest steht es in dem Stationsbericht. Dennoch ist auch hier eine Modernisierung erforderlich. Richtig einladend ist das Gelände hier aber auch nicht.

Der Zugang zum Bahnhof Kruckel liegt direkt an einer Bahnschranke.

Der Zugang zum Bahnhof Kruckel liegt direkt an einer Bahnschranke. © Alexandra Wachelau

Kruckel: Diese Haltestelle hat von allen Stationen in Hombruch am schlechtesten abgeschnitten, liegt aber in der Gesamtbewertung noch im mittleren Bereich. Grund hierfür sind Graffiti am Bahnsteig.

Sauberkeit und Funktion sind dagegen im grünen Bereich. Vor Ort fällt wenig auf. Nur im Bereich abseits des Bahnsteigs liegt viel Müll: Flaschen, Plakate und Verpackungen beispielsweise.

Der Tunnel wirkt auch von außen nicht sehr vertrauenserweckend.

Der Tunnel zum Bahnhof Löttringhausen wirkt auch von außen nicht sehr vertrauenserweckend. © Alexandra Wachelau

Löttringhausen: Laut Stationsbericht der beste Bahnhof, den der Stadtbezirk Hombruch anzubieten hat. Sind in der Bewertung alle Bereiche grün, zeichnet die Lage vor Ort ein etwas anderes Bild: Zwar macht der Bahnsteig an sich einen guten Eindruck.

Der Zugang über die Karlsbank ist jedoch etwas holprig, auch Gartenabfälle und ein zugewuchertes Schild neben dem Weg zum Bahnhof fallen eher negativ ins Auge.

Beim Besuch der Unterführung, die den Zugang zur Kobbendelle bildet, liegt dann doch einiges im Argen. Die Luft ist unangenehm und feucht. Alles ist feucht: Boden und Stufen sind rutschig, an den Wänden wächst Moos und an der Decke bilden sich Tropfen. Abfalleimer sind nicht zu sehen, dafür aber Dreck in allen Ecken des Tunnels. Eine Modernisierung ist hier nicht geplant.

Ein schlecht einsehbarer Unterstand und eine Abtrennung zur Straße machen den Bahnhof Tierpark nicht sehr attraktiv für Bahnfahrer und vor allem für Bahnfahrerinnen.

Ein schlecht einsehbarer Unterstand und eine Abtrennung zur Straße machen den Bahnhof Tierpark nicht sehr attraktiv für Bahnfahrer und vor allem für Bahnfahrerinnen. © Michael Nickel

Tierpark: Die Haltestelle hat in allen Bereichen gut abgeschnitten – mit Ausnahme des Punktes Graffiti am Bahnsteig.

Hier ist die Bewertung rot. Die Gesamtbewertung des Bahnhofs ist seit drei Jahren durchgehend gut – dabei gilt die Haltestelle als Angstraum, zum Beispiel ist der Unterstand für Wartende schlecht ausgeleuchtet, es gibt nur einen Zugang zum Haltepunkt und die Wartebereiche sind nicht von überall gleich gut einsehbar.

Auch hier ist eine Modernisierung erforderlich, auch hier bleibt aber – durch die unsichere Finanzierung – abzuwarten, ob sich in Zukunft etwas tun wird.

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Insgesamt habe sich bei der Umfrage die Situation der Stationen verschlechtert, gibt der Verkehrsverbund preis. Die Anzahl der als „akzeptabel“ bewerteten Stationen habe dabei zwar zugenommen – die „inakzeptabel“ bewerteten Stationen allerdings auch.

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