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Vielfalt der Libellen fasziniert Dorstfelder Lehrer seit seiner Kindheit

hzGefährdete Insekten

Seit seiner Kindheit ist Michael Soinski von Libellen begeistert. Heute ist der Lehrer ein echter Libellen-Fachmann. In Vorträgen berichtet er von den gefährdeten Insekten.

Dorstfeld

, 03.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Es fällt Menschen oft schwer, sich abstrakten Problemen zu widmen. Das Insektensterben ist so ein abstraktes Problem. Viel einfacher ist es, sich speziellen Problem zu stellen, zum Beispiel dem Bienensterben. Nur so ist zu erklären, dass es in Gartencentern Samenmischungen für Bienenwiesen gibt, oder Landwirte am Rand ihrer Äcker Blumenstreifen einrichten. Die Bienen haben es ins Bewusstsein der Menschen geschafft.

Da bleiben andere gefährdete Insekten im Schatten. Zum Beispiel die Libellen. Ihr Schicksal bliebe weitgehend unbeachtet, wenn nicht Spezialisten wie Michael Soinski sich für sie einsetzen würden. Am Donnerstag (4. 4.) um 19 Uhr zum Beispiel hält er einen Libellen-Vortrag im Meilenstein, In der Meile 2.

Libellen gab es schon vor 320 Millionen Jahren

Libellen waren schon vor 320 Millionen Jahren auf der Erde, „und sie haben die Dinosaurier überlebt“, so Michael Soinski. Doch ob die den Menschen überleben werden? Der Klimawandel und der Flächenfraß der Menschen setzen ihnen zu.

Grund dafür ist der urtümliche Lebenszyklus der Libellen. Im Larvenstadium leben die Insekten im Wasser, teilweise mehrere Jahre lang. Nach dem Schlüpfen haben die eleganten Flieger dann nur ein paar Monate, um sich fortzupflanzen.

Vielfalt der Libellen fasziniert Dorstfelder Lehrer seit seiner Kindheit

Libellen sind Raubinsekten. Sie wärmen sich vor der Jagd gerne in der morgendlichen Sonne auf. © Foto: Soinski

In einem normalen mitteleuropäischen Jahr reicht einer Libellen-Larve eine tiefe Pfütze, doch wenn der Klimawandel mit dem Sommer wie im vergangenen Jahr dafür sorgt, dass sogar ganze Teiche austrocknen, dann haben die Larven keine Chance.

Das sorgt nicht sofort für eine Gefährdung der 80 heimischen Arten – „wenn dieser Sommer wieder gemäßigter wird, erholen sich die Bestände“, so Michael Soinski – doch es kommt zu einer Wanderung. Im vergangenen Jahr hat Soinski in Dortmund eine Feuerlibelle beobachtet, die stammt aus Afrika.

Menschen sollten sie schätzen wie die Bienen

Libellen sind Raub-Insekten und wir Menschen sollten sie genauso lieb haben wie Bienen. Denn wo Libellen leben, gibt es deutlich weniger Mücken, davon ernähren sie sich nämlich. Doch die Größe der Libellen irritiert viele Menschen und das da am Schwanz ist doch bestimmt ein Stachel, oder?

„Nein, nein“, kann Michael Soinski beruhigen. Die spitzen Enden dienen der Fortpflanzung und Eiablage.

Längst hat Soinski die deutschen Libellenarten für sich erforscht. Mittlerweile zieht es ihn in die weite Welt. Im vergangenen Jahr verbrachte er fünf Wochen in Kolumbien. Dort gibt es 150 verschiedene Arten. Und: Pfeilgiftfrösche – ein weiteres Interessengebiet von Michael Soinski. Die Reise hatte sich also doppelt gelohnt.

Lehrer interessiert sich auch für Fledermäuse

Und für ein drittes Wissensgebiet hat Michael Soinski auch noch Zeit: Fledermäuse. Dieses Hobby musste er aber zuletzt vernachlässigen: „Als Lehrer kann man nicht mehr so einfach auf nächtliche Exkursion gehen“, sagt Michael Soinski und lacht. In diesem Jahr geht es wieder nach Südamerika oder vielleicht nach Panama. Da gibt es auf einer wesentlich kleineren Fläche als Deutschland 180 Libellenarten. Und dann gibt es neue Fotos für neue Vorträge.

    • Seinen Vortrag im Meilenstein am Donnerstag (4. 4.) um 19 Uhr untermalt Michael Soinski mit zahlreichen selbstgemachten Fotografien.
    • Libellen sind bekannt für ihre Fortpflanzungs-Rituale. Das Männchen greift dasWeibchen im Nacken. Dann fliegen die beiden im Tandem.
    • 1880 wurde in einem französischen Kohleflöz das Fossil der Urlibelle Meganeura monyi entdeckt. Diese Libelle hatte eine Flügelspannweite von 70 cm. Der Rumpf war 2,8 cm breit.
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