Vierjähriger stürzte aus dem Fenster

Sechs Meter tief / Glück im Unglück

17.05.2007 / Lesedauer: 3 min

Glücklicherweise sei das Kind auf die angrenzende Rasenfläche gefallen ? er musste ins Krankenhaus, erlitt aber keine lebensgefährlichen Verletzungen. Nachbarn beobachteten, dass der Kleine nach dem Sturz wieder laufen konnte. Zu dem Unfall kam es gegen 18.30 Uhr in einem Mehrfamilienhaus in der Straße Froschlake (Marten). Während die allein erziehende Mutter (44) mit mehreren Besuchern im Wohnzimmer war, spielte ihr Sohn unbeaufsichtigt in seinem Zimmer. Ein Polizeisprecher: ?Er hat ein Papierflugzeug gebaut und damit gespielt. Dann rückte er einen kleinen Beistelltisch heran, kletterte auf die Fensterbank, öffnete das Fenster und verlor das Gleichgewicht.? Als die alarmierten Rettungssanitäter eintrafen, war der Junge schon wieder in der Wohnung. Polizisten fanden den selbst gebastelten Flieger auf dem Rasen unterm Fenster. Onur Kaya (18), der eine Etage tiefer wohnt, hatte die Polizei verständigt. Er saß vor seinem Computer, als der kleine Cedric an seinem Fenster vorbei auf den Rasen fiel. Kaya: ?Er hatte ein rotes Gesicht und konnte nicht mehr atmen.? Nachdem er die Polizei alarmiert hatte, sagte der Nachbar der Mutter Bescheid, die das weinende Kind in den Arm nahm und zurück in die Wohnung trug. Mittlerweile geht es dem Jungen wieder gut, er kommt bald aus dem Krankenhaus. ?Ich habe das kommen sehen?, erzählt eine Nachbarin. Der Junge habe häufig allein am offenen Küchenfenster gesessen oder ?wie ein Klammeräffchen? an der Balkonbrüstung gehangen. ?Wir haben die Mutter darauf hingewiesen?, erzählt sie. Wie immer in solchen Fällen verständigte die Polizei das Jugendamt, das ? wenn nötig ? Hilfe anbietet. Fensterstürze von Kindern kommen acht bis zehn Mal im Jahr vor, darunter ein bis zwei Todesfälle, weiß Dr. Matthias Albrecht, Direktor der kinderchirurgischen Klinik und Initiator des Runden Tisches zur Prävention von Kinderunfällen. Schuld seien fast immer unsichere Wohnverhältnisse, weil Kleinkinder allein mit anderen Kindern in der Wohnung gelassen würden oder Erwachsene, z.B. unter Alkoholeinfluss, das Kind unbeaufsichtigt ließen. Schon zweijährige Kinder seien in der Lage, Hocker oder Stühle an ein Fenster zu schieben und das Fenster zu öffnen ? sofern es ungesichert ist. 60 Prozent der Eltern haben keine Fenstersicherung (Foto) in der Wohnung, so das Ergebnis einer Umfrage vor zwei Jahren in Dortmunder Kinderarztpraxen. ?Abschließbare Fenstergriffe zum Beispiel gibt?s für 12 bis 15 im Baumarkt?, so Dr. Albrecht. weg/ko

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