Volksinitiative: Stadt Dortmund soll acht Stellen für Fahrrad-Planer schaffen

hzFahrradgesetz

Mehr als 66.000 Unterschriften sollen NRW zwingen, für ein Fahrradgesetz in die Pedale zu treten. Die Initiative Velocityruhr fordert Dortmund auf, acht Rad-Planer einzustellen.

Dortmund

, 01.06.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schulnote 4,4: Beim Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) belegte Dortmund im Städtevergleich den vorletzten Platz. Mehr als 66.000 Unterschriften sollen die nordrhein-westfälische Landesregierung dazu zwingen, ein Fahrradgesetz auf den Weg zu bringen. Allein 30.000 Unterschriften wurden innerhalb eines Jahres in Dortmund gesammelt. Mehr als 50 Unternehmen und Initiativen hatten sich dafür zu „Sammelstellen“ erklärt. Mit einer so hohen Zahl haben die Initiatoren nicht gerechnet.

Lokal für Radfahrer handeln

Mit so viel Rückenwind fordert die Initiative „Velocityruhr“ den Rat der Stadt Dortmund auf, auch lokal zu handeln. Die Stadtverwaltung soll mit zwei großen Schritten „den Investitionsstau der vergangenen Jahre abbauen“, wie Peter Fricke vom Team „Aufbruch Fahrrad Dortmund“ fordert.

  • Der Rat soll in seiner Sitzung im Juli 2019 acht zusätzliche Planstellen für eine bessere Fahrrad-Infrastruktur schaffen.
  • Pro Jahr soll die Stadt Dortmund zusätzlich 2,1 Millionen Euro für Radwege-Instandsetzungen investieren.

Volksinitiative: Stadt Dortmund soll acht Stellen für Fahrrad-Planer schaffen

30.000 Unterschriften allein aus Dortmund: Dortmunder Initiativen haben für die Volksinitiative „Aufbruch Fahrrad" kräftig in die Pedalen getreten. © Jan Rocho

Mit den 66.000 Unterschriften sieht die Volksinitiative Aufbruch Fahrrad den NRW-Landtag unter Zugzwang. Die guten Wahlergebnisse der Grünen und damit auch die Relevanz von Umweltthemen könnten den Druck auf den Landtag erhöhen. Radfahrer-Initiativen wollen sichere Abstellanlagen, Radschnellwege und mehr Verkehrssicherheit durchsetzen.

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Seit Jahren schon setzen sich Rad-Lobbyisten auch in Dortmund dafür ein. „Ganz viele Bürger wollen ihre Mobilität verändern, aber die Infrastruktur für das Fahrrad reicht für die heutigen Anforderungen einfach nicht mehr aus“, begründet Peter Fricke den Druck auf die Politik. Die Probleme in Dortmund seien hausgemacht, wie Jan Rocho vom „Team Dortmund“ der Volksinitiative Aufbruch Fahrrad meint. Denn:

Klimaschutz auf zwei Rädern

„Bisher ist das größte Hindernis für besseren Radverkehr der Personalmangel in der Radverkehrsplanung“, lautet seine Analyse, die er auf das Förderprojekt „Emissionsfreie Innenstadt“ stützt. Sechs „Fahrrad-Achsen“, insgesamt zwölf Kilometer lang, sollten in die City führen. Laut Jan Rocho seien 80 Prozent dem Personalmangel zum Opfer gefallen. Der Radverkehr schaue in die Röhre.

Ulrich Langhorst, Fraktionssprecher der Grünen, gibt der Forderung nach mehr Personal und Radfahrer-Expertise im Dortmunder Straßenbau eine gute Chance. In der Politik habe sich ein Blickwechsel vollzogen, was aber viel früher hätte geschehen müssen. Die SPD ziehe mit. In Kürze befasse sich der Planungsausschuss mit dem Thema. Im Rat bildet Rot-Grün eine Mehrheit, die das Personal-Plus beschließen kann.

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