Hat Ikea aus dem Chaos-Wochenende vom 2. Mai gelernt?

hzNach Wiedereröffnung

Wütende Autofahrer, genervte Kunden und ein Rückstau bis auf die A40. So sah es bei Ikea am Wochenende nach dem ersten Mai aus. Wir haben eine Woche später noch mal nachgeschaut.

Dortmund

, 09.05.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch immer sind große Bereiche des Ikea-Parkplatzes in Kley mit schwarz-gelbem Flatterband abgesperrt, gespannt zwischen auf den Kopf gestellten Einkaufswagen. Vor dem Eingang zum Möbelhaus ist - für den nötigen Sicherheitsabstand zwischen den Kunden - ein Parcours aus Europaletten aufgebaut.

Doch am Samstagmittag (9. Mai) stauen sich auf dem Parkplatz weder Autos noch stehen Menschen zwischen den Paletten Schlange. Stattdessen gehen die meisten direkt im Slalom bis zu den großen Glastüren – trotz der noch immer verringerten Kundenkapazitäten des Möbelhauses.

Stau bis auf die A40

Am vergangenen Wochenende sah das ganz anders aus. Wegen der Auflagen zur Verhinderung einer Ausbreitung des Coronavirus hatte Ikea nur eine Auffahrt zum Parkplatz für Fahrzeuge freigegeben. Doch der Kundenansturm war kurz nach der Lockerung der Maßnahmen bei der Wiederöffnung des Möbelhauses groß. In der Auffahrt und auf den umliegenden Straßen im Indupark bildeten sich lange Staus.

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Viele Ikea-Kunden, aber auch andere Autofahrer, die auf der Borussiastraße warten mussten, beschwerten sich daraufhin über eine schlechte Organisation der Wiedereröffnung. Der größte Rückstau hatte sich auf der Borussiastraße, die zwischen Ikea und den Parkplätzen von Metro und Real verläuft, gebildet. Den Rückstau bemerkten selbst Autofahrer auf der A40 noch.

Von ähnlich chaotischen Zuständen ist eine Woche später jedoch weit und breit nichts zu sehen. Dabei ist noch immer nur die eine Auffahrt geöffnet. Über die kommen aber nur sehr vereinzelt Autos auf den Parkplatz.

Auf dem Parkplatz nur Warenabholung

Ein junger Mann mit dunklen Haaren weist den wenigen ankommenden Autofahrern Parkplätze zu. Sein Gesicht kann man kaum erkennen, denn er trägt, wie auch die anderen Ikea-Mitarbeiter auf dem Parkplatz und im Möbelhaus, eine Schutzmaske. Aber er begrüßt jeden Autofahrer mit einem entspannten „Hallo“ und es wirkt, als würde er unter der blauen Maske freundlich lächeln.

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Dann fragt er: „Sind Sie zum Einkaufen hier oder wollen sie nur etwas abholen?“ Die junge Frau in der gelben Warnweste, die ihn nach einiger Zeit ablöst, tut es ihm gleich. Denn noch immer gilt: Wer den für Ikea charakteristischen Rundgang durch die Möbelausstellung gehen und sich dort umsehen will, der wird ins Parkhaus weitergeleitet. Nur denjenigen, die ihre zuvor bestellte Ware abholen möchte, werden Parkplätze vor dem Möbelhaus zugewiesen. So soll verhindert werden, dass sich mehr Kunden als nötig gleichzeitig im Gebäude aufhalten.

Maßnahmen gegen den Stau reichten nicht aus

Auf die Zustände am vergangenen Wochenende angesprochen, nickt der junge Mann wissend. „Wir hatten sogar schon vorher eine Kurve über den Parkplatz eingeplant, durch die wir die Autos geleitet haben. So sollte es sich hier oben und nicht unten auf der Hauptstraße stauen.“ Er zuckt etwas resigniert die Schultern. „Das hat aber nicht viel gebracht, es gab trotzdem lange Staus. Mittlerweile ist dafür aber kaum noch etwas los.“ Er hoffe, dass es an diesem Tag so ruhig bleibe.

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Die Chancen, dass dieser Wunsch in Erfüllung geht, stehen gut. Denn selbst die kurvenförmige Fahrbahn, die als Maßnahme gegen den Stau am letzten Wochenende nicht ausgereicht hat, habe man im Laufe der Woche wieder abgebaut, weil sie nicht mehr gebraucht werde.

Dass längst nicht so viele Menschen auf der Suche nach Möbeln hier sind wie in der letzten Woche zeigt auch ein Blick in die Tiefgarage. Viele Parkplätze sind frei. Auf den besetzten sieht man fast mehr Autos aus Castrop, Witten, Recklinghausen und dem Hochsauerlandkreis als aus Dortmund selbst. Die Kunden und Mitarbeiter, die hier und vor dem Eingang unterwegs sind, haben allesamt Mund und Nase bedeckt. Ansonsten herrscht hier wieder ein Gefühl von Normalität.

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Von Staus keine Spur: Eine Woche nach dem Verkehrschaos hat sich die Lage bei Ikea entspannt

Am Samstagvormittag war es bei Ikea im Indupark deutlich ruhiger als noch in der Woche zuvor. Nach der Lockerungen der Regeln zur Eindämmung des Coronavirus hatte es auf dem Parkplatz und den umliegenden Straßen im Indupark lange Staus gegeben.
09.05.2020
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Wo sich am vergangenen Wochenende vor dem Einrichtungshaus Ikea die Autos stauten, ist es am Samstagmittag (9. Mai) erstaunlich leer.© Rebekka Wölky
Große Bereiche des Parkplatzes sind mit Flatterband abgesperrt. © Rebekka Wölky
Kunden, die nur bestellte Ware abholen wollen, warten auf dem Parkplatz vor dem Ikea-Möbelhaus.© Rebekka Wölky
Durch die vor dem Eingang aufgestellten Europaletten können die Kunden direkt bis zum Eingang durchgehen.© Rebekka Wölky
Obwohl ein Ikea-Mitarbeiter alle Autos anhält, bevor sie auf den Parkplatz oder in die Tiefgarage fahren dürften, bilden sich kaum Schlangen. © Rebekka Wölky
Auch ein Blick ins Parkhaus zeigt, dass an diesem Tag kein großer Andrang herrscht.© Rebekka Wölky

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