Vonovia legt Treppenreinigung auf Mieter um – Mehrkosten nicht immer zulässig

hzRat des Mietervereins

Vonovia hat jetzt für einige Häuser in Dortmund eine Firma zur Treppenhausreinigung beauftragt. Die Kosten sollen die Mieter übernehmen. Doch diese müssen nur unter bestimmten Umständen zahlen.

Dortmund

, 06.03.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Mieterverein Dortmund und Umgebung beschäftigt sich aktuell mit gestiegenen Betriebskosten in Vonovia-Häusern. Das Unternehmen hat demnach für einige Gebäude jüngst eine Tochterfirma engagiert, um die Treppenhäuser zu reinigen. Vonovia selbst spricht von „einem Dienstleister“. Die Kosten dafür werden auf die Mieter umgelegt.

Der Mieterverein teilt mit: „Aktuell melden sich viele Vonovia-Mieter in unserer Rechtsberatung.“ Die voraussichtlichen Zusatzkosten sollen über die Betriebskosten abgerechnet werden und bei etwa 11 Euro pro Monat liegen.

Mieter seien der Reinigungspflicht nicht nachgekommen

Von dem Unternehmen heißt es auf Anfrage unserer Redaktion: „Es gibt einige Objekte, bei denen unsere Kunden trotz mehrfacher Hinweise, Aufforderungen und Erinnerungen der Reinigungspflicht nicht nachgekommen sind.“ Bislang waren die Mieter dort also selbst fürs Putzen zuständig.

Außerdem gebe es Häuser, in denen die Kunden den Service der externen Treppenhausreinigung durchaus wünschen und aktiv einfordern. „Generell sprechen wir hier von Einzelfällen und nicht von einer pauschalen Beauftragung für ganz Dortmund“, sagt Sprecherin Bettina Benner. Vonovia hat in der ganzen Stadt nach eigenen Angaben etwa 20.000 Wohnungen.

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Zum Vorwurf des Mietervereins, mit Tochterfirmen Gewinne erzielen zu wollen, sagt Benner: „Diejenigen Leistungen, die wir selbst erbringen, wie beispielsweise Hausmeister, Gartenpflege und Gebäudereinigung, bieten wir zu marktüblichen Preisen an. Selbstverständlich rechnen wir nur Dienstleistungen ab, die sinnvoll sind, zum Beispiel für den Winterdienst.“

„Mieter können widersprechen“

„Ist im Mietvertrag keine Treppenhausreinigung durch einen Dienstleister vereinbart, müssen Mieter diese nicht akzeptieren und können widersprechen“, sagt Rechtsanwalt Martin Grebe, beim Mieterverein Dortmund für Miet- und Wohnungsrecht zuständig. Die Umstellung und Berechnung von Reinigungskosten stelle in diesem Fall eine einseitige Vertragsänderung durch Vonovia dar: „Diese ist rechtlich unzulässig.“

„Vereinzelt“ seien Rückfragen zum Thema bei dem Wohnungsunternehmen eingegangen, sagt Vonovia-Sprecherin Benner. Aktuell seien etwa zehn Vorgänge offen. Immer im Einzelfall wolle das Unternehmen jetzt über das weitere Vorgehen entscheiden.

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