Vonovia-Mieter streiten sich um Bienenstöcke: Dürfen die Summer bleiben?

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Vonovia-Mieterin Margret Wagner ist perplex: Alle Welt setzt sich für die Rettung der Bienen ein, aber sie soll ihre Bienenstöcke entfernen. Nachbarn klagen. Jetzt gab es eine Entscheidung.

Mengede

, 06.08.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anfang Mai erhielt Margret Wagner die erste Aufforderung ihres Vermieters. Die Vonovia schrieb, dass sie die Bienenstöcke aus ihrem Garten entfernen müsse. Bienenstöcke, die seit vier Jahren in dem weitläufigen Garten an der Walter-Schücking-Straße stehen. „Es hieß einfach nur: sie müssen weg“, sagt Margret Wagner.

Auf Rückfragen oder den Einspruch der Mieterin habe die Vonovia zunächst nicht reagiert. Es folgten lediglich weitere Aufforderungen, die 40.000 kleinen Summer samt ihres Zuhauses aus dem Garten zu entfernen. Wagners Schwiegersohn Torsten Radons, der sich um den Garten und manchmal auch gemeinsam mit Imker Gerhard Hentrich um die Bienenstöcke kümmert, konnte das nicht nachvollziehen und pochte auf einen Ortstermin.

Die Beschwerde aus der Nachbarschaft war der Grund für die Vonovia-Post

Auch, weil seine Schwiegermutter eine Beschwerde aus der Nachbarschaft als Grund für die Post des Vermieters vermutete. Und die habe eigentlich nichts mit den Bienen zu tun. Erst seit einem Streit haben sich die Nachbarn über die Tierchen beschwert. „Ständig“ seien sie in deren Wohnung. Margret Wagner konnte das nicht verstehen, schließlich seien bei ihr noch nie Bienen gewesen.

Vonovia-Mieter streiten sich um Bienenstöcke: Dürfen die Summer bleiben?

Gerhard Hentrichs (2.v.r.) Bienen sind sehr sanftmütig - so sanftmütig, dass sich auch der vierjährige Nick (hier mit Mama Diana Gaßmann und Papa Torsten Radons) ohne mit der Wimper zu zucken an diese heran traut. © Verena Halten

„Bienen halten sich eher in der Natur oder in ihren Bienenstöcken auf“, bestätigt auch Imker Gerhard Hentrich. Die Schwierigkeit sei, so Torsten Radons, dass viele Menschen Bienen und Wespen nicht voneinander unterscheiden könnten. „Die Wespen sind meistens die, die man auf der Terasse am Esstisch hat“, sagt er.

Der Ortstermin brachte die Versöhnung

Schließlich erklärte sich die Vonovia doch zu einem Ortstermin bereit - gemeinsam mit den Nachbarn, von denen tatsächlich die Beschwerde kam. Am Dienstag (6.8.) setzten sie sich mit Margret Wagner, Torsten Radons und Vertretern der Vonovia zusammen, um eine Lösung zu finden.

„Die Bienen dürfen bleiben“, sagt Torsten Radons danach erleichtert. Mehr als die derzeit sechs bis sieben Bienenstöcke dürfen es allerdings nicht werden. Der Imker müsse nun die Unterlagen zu den Bienen an die Vonovia senden. „Wir sind sehr zufrieden, dass die Bienen bleiben dürfen“, sagt Radons. „Sie tun ja auch wirklich keinem was.“ Auch dem Nachbarshund nicht, der durch einen Zaun vor den kleinen Summern geschützt wird.

Der Gang aufs Nachbargrundstück ist nicht mehr nötig

Und noch etwas konnten Torsten Radons und seine Schwiegermutter erreichen: Sie bekommen eine eigene Wasserzapfstelle für den Garten. „So müssen wir nicht mehr übers Nachbarsgrundstück und können Unstimmigkeiten vermeiden“, erklärt Radons.

Die Vonovia zeigt sich ebenfalls zufrieden mit dem Ergebnis. „Wir freuen uns, dass wir alle zufriedenstellen konnten“, sagt Pressesprecherin Bettina Benner.

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