Klare Verhältnisse gab es bei der Auszählung der Bundestagswahlergebnisse - hier im Briefwahlzentrum in der Messe der Westfalenhallen. © Oliver Volmerich
Bundestagswahl in Dortmund

Wahl-Analyse: SPD verteidigt Hochburg – historisch schlechtes Ergebnis für CDU

Knapp und spannend ist der Ausgang der Bundestagswahl auf Bundesebene. In Dortmund gab es dagegen am Wahlsonntag wenig Überraschungen und relativ klare Verhältnisse.

Dortmund bleibt bei der Bundestagswahl eine Hochburg der SPD, wenn auch auf niedrigem Niveau. Die Zeiten der absoluten Mehrheiten sind zwar schon lange vorbei, im Vergleich zur Wahl vor vier Jahren konnten die Sozialdemokraten aber bei der Bundestagswahl 2021 wieder dazugewinnen.

Bei den Zweitstimmen für ganz Dortmund legte die SPD um 2,8 Prozent auf jetzt 34 Prozent zu. Freuen dürfen sich auch die Grünen, die ihr Ergebnis mehr als verdoppelten und mit einem Plus von 9,7 Prozent stadtweit auf 18 Prozent kamen.

Klare Sieger in den Wahlkreisen

Das spiegelt sich auch bei den Erststimmen für die Direktkandidaten in den beiden Wahlkreisen wider. Die beiden SPD-Direktkandidaten fahren einen klaren Sieg ein - Sabine Poschmann liegt im Wahlkreis Dortmund II mit 39,1 Prozent knapp über ihrem Ergebnis von 2017. Neuling Jens Peick erreicht im Wahlkreis Dortmund I 33,1 Prozent.

Er hatte die besondere Situation, dass mit Marco Bülow der Ex-SPD-Abgeordnete nun als Kandidat der Partei „Die Partei“ antrat, die er zuletzt auch im Bundestag vertreten hatte.

Bülow, der es als scharfer Kritiker des Lobbyismus in Berlin zu bundesweiter Bekanntheit gebracht hatte, kam aber mit 8,7 Prozent nicht über einen Achtungserfolg hinaus. Seine Partei kam in ganz Dortmund bei den Zweitstimmen nur auf knapp 2 Prozent.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Markus Kurth, der möglicherweise über die Landesliste seiner Partei wieder in den Bundestag einziehen kann, darf sich über knapp 17 Prozent freuen, Grünen-Kandidatin Anke Weber über 14,7 Prozent im Nachbar-Wahlkreis Dortmund II.

Die CDU-Kandidaten Klaus Wegener und Michael Depenbrock können sich dagegen nur damit trösten, dass sie mit 19,2 Prozent beziehungsweise 20,2 Prozent über dem Ergebnis ihrer Partei bleiben.

Die CDU kommt stadtweit bei den Zweitstimmen auf nur noch 18,5 Prozent (minus 6 Prozent) und fährt damit ihr historisch schlechtestes Ergebnis bei Bundestagswahlen in Dortmund ein, bleibt erstmals unter 20 Prozent.

Aber auch für die anderen Parteien war die Bundestagswahl eine herbe Enttäuschung. Die Linken halbieren ihr Ergebnis und kommen bei den Zweitstimmen stadtweit nur noch auf 4,7 Prozent, die AfD sinkt unter 10 Prozent und erreicht stadtweit mit einem Minus von 2,9 Prozent nur noch 7,5 Prozent der Zweitstimmen.

AfD bleibt unter 10 Prozent

Allerdings: Mit Matthias Helferich, der einen vorderen Platz auf der Landesliste der AfD hat, schickt sie nun einen Bundestagsabgeordneten nach Berlin - obwohl Helferich selbst bei den Erststimmen in seinem Wahlkreis Dortmund II gegenüber 2017 von 10,6 auf 8,4 Prozent zurückfällt.

Die FDP bleibt mit stadtweit 9,4 Prozent bei den Zweitstimmen und einem Minus von 1,6 Prozent unter dem bundesweiten Ergebnis.

Wahlbeteiligung wie 2017

Interessant ist: Mit 72,3 Prozent lag die Wahlbeteiligung in Dortmund fast exakt auf demselben Level wie bei der Bundestagswahl 2017. Das ist in diesem Jahr vor allem der starken Briefwahl-Beteiligung zu verdanken. Am Ende gab mehr als die Hälfte der Wählerinnen und Wähler ihre Stimmen per Brief ab.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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