Wambeler Feld: Die „Chinesische Mauer“ lässt weiter auf sich warten

hzGeplanter Wohnbau

Die von der Stadt geplanten 128 Wohnungen am Niedersten Feldweg sind weiter in der Schwebe. Die Gespräche mit dem Investor stocken. Die Kritiker freut‘s: Sie wollen keine „Chinesische Mauer“.

Wambel

, 22.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf einem Teilstück des Wambeler Feldes zwischen der Hannöverschen Straße und dem Niedersten Feldweg sollen 128 Wohnungen in unterbrochener Riegelbebauung entstehen.

70 Prozent der Wohnungen sollen Sozialwohnungen sein. Diese hoch umstrittene Bebauung wurde schon vor über zwei Jahren beschlossen, doch gebaut worden ist bisher – nichts.

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Auf Anfrage der Redaktion im Jahr 2019 hieß es vonseiten der Stadt, dass das „Interessenbekundungsverfahren“ für die am Niedersten Feldweg liegenden Grundstücke der Stadt abgeschlossen sei und dass die Verhandlungen mit einem Investor noch andauern würden.

Es müssen schwierige Verhandlungen sein, denn mehr als ein Jahr später hat Stadtsprecher Christian Schön auf erneute Rückfrage keine andere Antwort als die, dass die Verhandlungen noch immer laufen. Weiteres will die Stadt nicht mitteilen, schließlich sei das Ganze noch in der Schwebe.

Höhere Mietstufe für den geförderten Wohnungsbau

Was mögliche Streitpunkte in den Verhandlungen sein könnten, bleibt Spekulation. Im vorigen Jahr - vor der Corona-Pandemie - wurden die Rahmenbedingungen für Investoren eigentlich als sehr gut eingestuft. So hatte die NRW-Landesregierung mit Wirkung zum 1. Juni 2019 die Mietstufe für den geförderten Wohnungsbau in Dortmund von 3 auf 4 angehoben. Dadurch erhält ein Investor eine höhere Miete für die Wohnungen, die er baut, und auch mehr Fördermittel.

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Überhaupt nicht begeistert sind die Anwohner des Niedersten Feldweges, dass ihnen eine so massive Bebauung vor die Nase gesetzt werden soll. Kritisiert wurde unter anderem, dass durch den Riegel der Dorfcharakter Wambels verloren gehe, der Verkehr stark zunehmen werde und das letzte Wambeler Feld teilweise verschwinde.

Auf dem ganzen Acker zwischen Send- und Hannöverscher Straße werden bis zu 80 Tonnen Getreide geerntet. Auch verschwinde eine wichtige Frischluftschneise. Trotz der Anwohnerbedenken empfahl die Bezirksvertretung das Vorhaben.

Zufahrt nur von der Hannöverschen Straße

Bereits seit 1998 gibt es einen gültigen Bebauungsplan für das Gelände. Kritiker sprachen damals von einer „Chinesischen Mauer“ zur Hannöverschen Straße hin. Die Planer bemühten sich, mit dem aktuellen Konzept diesen Vorwurf zu entkräften, doch eine Riegelbebauung ist die vorgesehene Bebauung geblieben, wenn auch in aufgelockerter Form.

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Die Zufahrten sollen von der Hannöverschen Straße aus erfolgen, zu dieser Seite hin sollen auch die Parkplätze und die Wirtschaftsräume der Wohnungen liegen. Denn eines ist klar: An dieser Seite wird es ziemlich laut. Zum Niedersten Feldweg hin soll es keinen motorisierten Verkehr durch die neuen Bewohner geben. Auf dieser Seite sollen auch die Schlaf- und Wohnräume liegen.

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