Warnstreik: 1000 Erzieherinnen und Stadt-Angestellte ziehen über den Wall

hzViele Kitas geschlossen

Dortmund hat den nächsten Streik-Tag hinter sich: Die meisten Kitas blieben geschlossen, ebenso Teile der Stadtverwaltung. Die Streikenden machten deutlich, dass es so nicht weitergeht.

Dortmund

, 01.10.2020, 14:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 1000 Beschäftigte des öffentlichen Diensts haben am Donnerstag (1.10.) für bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen demonstriert. Die Gewerkschaft Verdi hatte wegen stockender Gespräche mit dem Verband der kommunalen Arbeitgeber zum Warnstreik aufgerufen.

Diesem Aufruf folgten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von 81 städtischen Kitas sowie weitere Berufsgruppen. Fünf an unterschiedlichen Punkten zwischen Phoenix-See und Borsigplatz gestartete Gruppen trafen in der Innenstadt zusammen und zogen über den Wall.

18 Kitas blieben geöffnet - die meisten anderen waren geschlossen

Die Kindertagesstätten sowie drei der acht Fabido-Kinderstuben blieben geschlossen, es gab keine Notbetreuung. 18 Kitas waren regulär geöffnet. An der Kurzfristigkeit des Warnstreiks gab es auch Kritik.

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Teile der Stadtverwaltung waren am Donnerstag nicht erreichbar. Die Bezirksverwaltungsstellen in Lütgendortmund, Aplerbeck, Hombruch und Huckarde blieben geschlossen. Das Dienstleistungszentrum der Bürgerdienste in der Berswordthalle war entgegen erster Befürchtungen allerdings mit geringen Einschränkungen arbeitsfähig.

Das Hallenbad in Dorstfeld war wegen des Streiks nicht geöffnet.

Mehr Warnstreik-Teilnehmer als erwartet

Es gab aus Corona-Schutzgründen keine Abschlusskundgebung. Der Verkehr auf dem Wall und umliegenden Straßen war am Donnerstagmorgen zeitweise gestört.

An der Kreuzung Ostwall/Ruhrallee stoppte der Demonstrationszug. Verdi-Gewerkschaftssekretär Martin Steinmetz rief der unerwartet hohen Zahl an Teilnehmern zu: „Das war eine geile Nummer“. Nach der Demo sagt Streinmetz: „Wir sind beeindruckt und hoffen, dass das Signal bei den Arbeitgebern ankommt.“

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Es war ein sehr gesitteter Demonstrationszug, der über den Wall zog. Ohne laute Parolen, dafür mit vielen gelben Westen, rot-weißen Verdi-Fahnen und klaren Forderungen. Denn gerade die Erzieherinnen und Erzieher befinden sich in eine schwierigen Situation, wie viele am Rande der Demo berichteten.

Erzieherin berichtet von den schwierigen Arbeitsbedingungen in Corona-Zeiten

Eine Erzieherin aus einer Dortmunder Kita sagte: „Gerade jetzt unter Corona-Bedingungen ist es sehr schwierig zu arbeiten, weil viele Kollegen aus Risikogruppen fehlen. Das Pädagogische müssen wir hinten anstellen, es geht nur um Betreuung.“

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Verdi-Streik in Dortmund: Bis zu 1000 Teilnehmer ziehen über den Wall

Sie hatte ihren Sohn mit bei der kurzen Demo. Auf ihren Schultern sitzend hielt er ein Schild in die Höhe: „Bildung braucht die Besten“. Denn die schwierigen Arbeitsbedingungen sorgen auch für ein Nachwuchsproblem in Kindertagesstätten.

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Für Martin Steinmetz von Verdi ist es deshalb „gerade zu Pandemiezeiten wichtig, ein solches Zeichen zu setzen“.

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