Warnung vor falschen Wasserwerkern – Wie man einen echten Zählerableser erkennt

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Die Fälle, in denen Dortmunder an der eigenen Tür Opfer von Betrugsmaschen werden, sind ein Problem. Polizei und DEW21 raten der Bevölkerung zu erhöhter Vorsicht - und geben Tipps.

Dortmund

, 25.02.2020, 05:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es klingelt unangekündigt an der Wohnungstür und auf der anderen Seite des Schlüssellochs steht ein vermeintlicher Techniker, der sich als „Wasserwerker“ vorstellt. Zahlreiche Dortmunder erleben solche und vergleichbare Situationen. Polizei und DEW21 setzen auf weitreichende Aufklärung.

Gerade die Fälle, in denen vermeintliche „Wasserwerker“ an der Tür klingeln, verzeichne man in erschreckender Regelmäßigkeit, so Kriminalhauptkommissar Markus Schettke, Experte für Prävention. Dabei hätten es die Kriminellen vor allem auf Wertgegenstände und Bargeld abgesehen.

In Zusammenarbeit mit DEW21 wolle man die Dortmunder deshalb jetzt vermehrt für das Thema sensibilisieren. „Wir möchten, dass die Menschen genau zwischen wirklichen Mitarbeitern des Energieversorgers und den Betrügern unterscheiden können“, sagt Schettke.

Kein „Wasserwerker“ bei der DEW

Schon der Ausdruck „Wasserwerker“ ist dabei ein erster Hinweis. „Ein offizieller Ableser von DEW21 würde sich niemals als Wasserwerker vorstellen. Eine solche Bezeichnung existiert bei uns gar nicht“, verdeutlicht Michael Diermann, Leiter der Abteilung Messwesen bei der DEW21. Vielmehr würden sich die offiziellen Techniker auch direkt als solche zu erkennen geben.

Polizei und DEW21 warnen vor Betrügern.

Kriminalhauptkommissar Markus Schettke (links) und Michael Diermann als Leiter der Abteilung Messwesen warnen die Dortmunder vor Betrügern, die sich als Mitarbeiter der DEW21 ausgeben. © Marius Paul

Um die unterschiedlichen Zähler abzulesen, klingeln in der Regel zwar Mitarbeiter von Fremdfirmen an der Tür. Diese seien laut DEW21-Sprecher Ole Lünnemann allerdings von der DEW21 beauftragt. Zur Identifizierung würden die Dienstleister über beidseitig bedruckte und einlaminierte Ausweise verfügen.

Gefälschte Ausweise sind teilweise nicht von Originalen zu unterscheiden

„Die Ausweise haben die Größe einer Kreditkarte. Zusätzlich können sich Kunden den Personalausweis zeigen lassen. Die dortigen Daten müssen mit denen auf dem Dienstausweis übereinstimmen.“ Zur Personalausweis-Kontrolle wird geraten. Denn mittlerweile seien gefälschte Ausweise häufig gut gemacht und nur schwer von den Originalen zu unterscheiden.

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Deshalb können die Firmenwagen als weiteres Erkennungsmerkmal zu Rate gezogen werden. Die beauftragten Firmen verfügen Diermann zufolge über Fahrzeuge, auf denen der Donetz-Schriftzug zu sehen ist. Die Donetz ist als Tochtergesellschaft der DEW21 für das technische Management der Dortmunder Energienetze verantwortlich.

Donetz-Fahrzeuge mit Aufschrift.

Von der DEW beauftragte Dienstleister kommen immer mit Fahrzeugen, die über einen Donetz-Schriftzug verfügen. © Mark Ansorg

Und wenn dennoch Zweifel bleiben, hilft ein Blick auf die Kleidung. „Die Ableser tragen zumeist eine einheitliche, blaue Dienstkleidung mit grauen Applikationen und dazugehörigem DEW21-Emblem“, beschreibt Lünnemann.

Techniker melden sich in der Regel an

Eine weitere grundsätzliche Regel: Offizielle Techniker kommen nur selten ohne jegliche Ankündigung. Lediglich im Schadensfall, zum Beispiel bei Versorgungsproblemen, kann es sein, dass eine Anmeldung ausbleibt.

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Eine etwas andere Form der Sicherheit bietet eine funktionierende Nachbarschaft, erklärt Schettke, der bei der Polizei für die Prävention zuständig ist: „Sollte man bei einem Techniker ein komisches Gefühl haben, gibt es unter anderem die Möglichkeit, bestimmte Schlösser zu montieren, um die Wohnungstür nicht vollständig öffnen zu müssen.“

Kaum Zähler direkt in der Wohnung

Die Folge: Ein vermeintlicher Betrüger muss zunächst nicht in die Wohnung gelassen werden und so habe man die Gelegenheit, Nachbarn oder Angehörige zu verständigen.

Zudem sollten die Dortmunder sich bewusst sein, an welcher Stelle im Haus sich die Zähler befinden. „Zwar gibt es Zähler, die sich direkt in der Wohnung befinden, aber häufig sind die Geräte im Keller montiert. Somit muss man zum Ablesen gar nicht in die Wohnung. Dies wissen unsere Mitarbeiter im Normalfall“, sagt Lünnemann.

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