Warum Bienenstöcke nachts leichter werden

Imkerei

In den Nachrichten häufen sich die Negativ-Meldungen über Hitzerekorde, Dürre, Insektensterben, Plastikmüll. Es gibt aber auch gute Neuigkeiten – und die kommen von unerwarteter Seite.

Huckarde

, 06.09.2019, 14:49 Uhr / Lesedauer: 1 min
Warum Bienenstöcke nachts leichter werden

Die Digitalisierung hat auch die Imkerei erreicht. Erhan Sevis erfasst die Daten eines seiner Völker mit einem Programm. © Holger Bergmann

„Ein sehr guter Sommer“, lautete Erhan Sevis‘ Fazit. Der Imker, der seine Bienenvölker in Huckarde und Lütgendortmund aufgestellt hat, freut sich über reichlich Honig. „Zwölf Kilo pro Woche“, nennt er die Honigmenge seiner fleißigen Bienen.

Die Völker sind auch mit den extremen Temperaturen der Hitzewochen zurecht gekommen. Kein Wunder, sie lieben es warm. Die Bienen halten die Temperatur im Stock zwischen 32 und 34 Grad. Wenn es über 36 Grad heiß wird, fangen die Bienen an, ihren Stock zu kühlen, indem sie Wassertropfen sammeln und mit ihren Flügeln kühle Luft in den Stock fächeln.

Wie sich die Temperatur im Stock entwickelt, können Bienenfreunde seit Neuestem im Internet verfolgen. Erhan Sevis hat einen Stock mit modernen Sensoren ausgestattet, die Gewicht, Temperatur und Feuchtigkeit dokumentierten und in Echtzeit ins Internet übertragen. Für diesen Aufwand hat Sevis eine einfache Erklärung: „Ich bin Ingenieur, ich will alles genau wissen.“

Wer die Grafiken verfolgt, kann Erstaunliches entdecken. Da kann man zum Beispiel verfolgen, wie der Stock tagsüber, von Stunde zu Stunde, schwerer wird. Nachts aber wird der Stock kontinuierlich leichter. Woran liegt das? „Die Bienen trocknen den Honig“, klärt Sevis auf.

Die Insekten fächeln dem Honig Luft zu, damit das Wasser verdunstet. Denn die Bienen kennen sich aus. Sie wissen: Zucker plus Wasser plus Wärme – das führt zu Gärung. So produzieren sie Nahrungsreserven für den Winter.

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