Warum Bier und Feiern in Dortmund zusammengehören

Ausstellung im Museum

Wenn gefeiert wird, gehört Bier einfach dazu. Eine Sonderausstellung im Brauereimuseum zeigt die enge Verbindung von Bier und Volksfesten - sie zeigt aber auch den Wandel von Feier- und Bierkultur.

Dortmund

, 09.07.2019, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Warum Bier und Feiern in Dortmund zusammengehören

Die Bierhalle "Oberbayern" war fester Bestandteil des Vergnügungsparks Fredenbaum. Ähnlich sah es bei Volksfesten in der Stadt aus. © Stadtarchiv

Der Evangelische Kirchentag in Dortmund war eine absolute Ausnahme. Zehntausende Menschen feiern auf den großen City-Plätzen und weit und breit ist kein Bierstand in Sicht. Eigentlich undenkbar. „Gerade in der Bierstadt Dortmund ist das Bier ganz eng mit Volksfesten verbunden“, sagt Dr. Heinrich Tappe, der Leiter des Dortmunder Brauereimuseums.

Die Beweise liefert eine Sonderausstellung, die bis Ende des Jahres im Museum an der Steigerstraße zu sehen ist. „Kirmes, Karneval, Schützenfeste. Bier und Brauerei auf Volksfesten Westfalens“, ist der offizielle Titel der Schau. Er zeigt die große Bandbreite des Themas auf.

Brauereibesitzer als Schützenkönig

Die Verbindung von Bier und Festen reicht bis ins Mittelalter zurück, blühte aber besonders im 19. Jahrhundert auf. Bei Schützenfesten im noch ländlich geprägten Dortmund waren etwa Brauereibesitzer nicht selten als Schützenkönige aktiv. Später belieferten auch die Dortmunder Großbrauereien die Volksfeste in der ganzen Region.

Und das nicht nur mit Bier. Auch für Krüge, Gläser und Biertische für besondere Anlässe wurde gesorgt. Wer will, kann in der Sonderausstellung die Entwicklung der Bierstände studieren, die sich vom einfachen Holztisch mit Fass zum High-Tech-Mobil gemausert haben. Teilweise schufen die Brauereien wie mit der „Kronenburg“ in der südlichen Innenstadt selbst Orte des Vergnügens mit Biergärten und Veranstaltungssälen. Und auch im Lunapark Fredenbaum im Norden der Stadt durfte eine große Bierhalle nicht fehlen.

Hansekogge auf dem Weihnachtsmarkt

Nicht zuletzt waren und sind die Brauereien wichtige Sponsoren von Festen. Bestes Beispiel dafür ist der Dortmunder Karneval, der ohne Brauerei-Unterstützung nicht denkbar wäre.

Sogar auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt war Dortmunder Bier präsent. Denn die Hansekogge - Symbol der Hansa-Brauerei - diente lange Zeit als Bühne für Veranstaltungen auf dem Weihnachtsmarkt.

Einen Höhepunkt erlebte die Volksfest-Kultur nach dem Zweiten Weltkrieg. Fast parallel flauten dann ab den 1970er-Jahren sowohl das Brauereiwesen wie auch die Festkultur ab. „Inzwischen sind viele Veranstaltungen ganz verschwunden“, berichtet Tappe. Die Brauereien bekanntlich auch.

Warum Bier und Feiern in Dortmund zusammengehören

Das Miniatur-Karussell in der Sonderausstellung des Brauereimuseums - hier mit Museumsleiter Dr. Heinrich Tappe (l.) und dem ehrenamtlichen Mitarbeiter Horst Duffe - ist eine Leihgabe des Schaustellermuseums in Essen. © Oliver Volmerich

Dokumentiert werden Geschichte und Wandel der Fest- und Bierkultur im Brauereimuseum mit vielen bislang unveröffentlichten Fotos und Sammlerstücken aus Privatbesitz, wertvolle Leihgaben, wie das Modell eines alten Karussells, kommen aus dem Schaustellermuseum in Essen. Und natürlich ist auch die Stiftergesellschaft des Brauereimuseums wieder als Unterstützerin aktiv.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung ist bis zum 31. Dezember 2019 im Brauereimuseum an der Steigerstraße 16 zu sehen (dienstags bis sonntags 10 bis 17 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr, samstags 12 bis 17 Uhr). Der Eintritt ist frei.
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