Warum der Ökostrom für Dortmunds Stadtverwaltung seit 12 Jahren auf sich warten lässt

hzNie umgesetzter Ratsbeschluss

Alle städtischen Gebäude sollen mit Ökostrom versorgt werden. Das beschloss der Rat der Stadt schon 2007. Jetzt erklärt die Verwaltung, warum der Beschluss noch nicht umgesetzt ist.

Dortmund

, 12.12.2019, 05:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit großer Zustimmung wurde im November im Ausschuss für Umwelt- und Stadtentwicklung der Antrag der CDU-Fraktion aufgenommen, die städtische Stromversorgung „kurzfristig vollständig auf zertifizierten Ökostrom“ umzustellen und den Vertrag mit Stromversorger DEW21 entsprechend anzupassen.

Vor allem SPD und Grünen fiel die Zustimmung leicht, denn sie hatten Ähnliches schon 2007 gemeinsam beschlossen.

Warum der alte Antrag zur Umstellung auf Ökostrom in zwölf Jahren nicht umgesetzt wurde, konnte in der Ausschussitzung im November kein Vertreter der Verwaltung spontan erklären. Jetzt lieferte Stadtdirektor Jörg Stüdemann auf Anfrage unserer Redaktion die Antwort nach.

Schwierige Haushaltslage

Stüdemann verweist darauf, dass der damalige rot-grüne Antrag „etwas weicher“, nämlich als Prüfauftrag formuliert worden sein. Und geprüft habe die Verwaltung das Anliegen damals sehr wohl.

Das Problem war: Die Stadt stand 2008/2009 unter dem Eindruck der Finanz- und Wirtschaftskrise. „Es war die Zeit der Sparhaushalte. Da haben wir mit jedem Cent gerechnet“, blickt Stüdemann zurück. Zugleich sei Ökostrom damals noch deutlich teurer gewesen.

Deshalb sei die Verwaltung zu dem Schluss gekommen, dass es für eine komplette Umstellung der städtischen Stromversorgung auf Ökostrom finanziell keinen Spielraum gebe. Auf Ökostrom umgestellt wurden deshalb nur das Rathaus und das Stadthaus.

Das habe man im Jahr 2010 auch dem damaligen Umweltausschuss schriftlich mitgeteilt, erklärt Stüdemann. Und diese Entscheidung sei von der Politik akzeptiert worden.

Gespräche mit DEW21 im neuen Jahr

Um den grundsätzlichen Wunsch in Erinnerung zu rufen, war nun aber doch der Antrag der CDU im Ausschuss nötig. Und die Chancen stehen gut, dass der Beschluss diesmal auch umgesetzt wird.

„Der Preis für Ökostrom und die Haushaltslage der Stadt sind nun anders“, stellt Stüdemann fest. Anfang des neuen Jahres werde man sich deshalb mit DEW zusammensetzen, um eine Umstellung der städtischen Stromversorgung auf Strom aus Erneuerbarer Energie wie Wind- oder Solarenergie in die Wege zu leiten.

Laut DEW dürfte es dabei keine großen Schwierigkeiten geben. „Es ist kein Problem, einen bestehenden Vertrag kurzfristig um die Ökostromlieferung zu ergänzen“, teilte Unternehmenssprecherin Jana-Larissa Marx auf Anfrage mit.

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