Warum der Weg zum flächendeckenden Glasfaser-Netz in Dortmund noch lang ist

hzBreitband-Ausbau

Bis Dortmund komplett mit Glasfaser für schnelles Internet versorgt ist, wird es noch viele Jahre dauern. Das prognostiziert Dokom21-Chef Jörg Figura. Sein Unternehmen will dabei mithelfen.

Dortmund

, 29.07.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dokom21-Geschäftsführer Jörg Figura sieht noch einen „langen“ Weg bis zur flächendeckenden Breitband- beziehungsweise Glasfaser-Versorgung in Dortmund. „Glasfaser für alle ist allenfalls ein langfristiges Ziel“, sagte er im Gespräch mit unserer Redaktion über die Bilanz des Unternehmens. Das zeige schon der Blick auf die Größe des Stadtgebiets.

Die Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 flächendeckend Gigabit-Internet bereitzustellen. Im vergangenen Jahr gab es aber allein in Dortmund nach den Ermittlungen der städtischen Wirtschaftsförderung rund 3200 „weiße Flecken“ in Dortmund. Das sind Adressen, die mit weniger als Mbit/s ans Internet angebunden sind.

Noch viele „weiße Flecken“

Mit Bundesmitteln will man versuchen, die Zahl der „weißen Flecken“ zu reduzieren. Vor allem Schulen und Gewerbegebiete sollen möglichst bald komplett ans Glasfasernetz angeschlossen werden. Länger könnte es im ländlichen Randbereich der Stadt dauern. Dort habe man gewaltige Strecken zu bewältigen, erklärt Figura. Und das brauche bei 20 bis 30 Metern möglicher Bauleistung pro Tag viel Zeit.

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Der Dokom-Chef ist aber optimistisch, dass die ehrgeizigen Ziele am ehesten bei den Gewerbegebieten zu erreichen sind. Für die Anbieter stellt sich dabei aber auch immer die Frage der Wirtschaftlichkeit. Letztlich sei der Breitband-Ausbau nur mit finanzieller Beteiligung der Unternehmen, die angeschlossen werden wollen, möglich, betont der Dokom-Chef. „Letztlich profitieren dann alle Seiten davon.“

Warum der Weg zum flächendeckenden Glasfaser-Netz in Dortmund noch lang ist

Dokom-Chef Jörg-Figura sieht noch einen „langen“ Weg bis zur flächendeckenden Breitband- beziehungsweise Glasfaser-Versorgung in Dortmund. © Stephan Schütze

Dokom selbst will sich ein möglichst großes Stück vom Kuchen abschneiden und setzt vor allem auf große Infrastrukturprojekte. „Wir sind maßgeblich am Bau des neuen Dortmund beteiligt“, stellt Figura mit Stolz fest. So ist Stadtwerke-Tochter Dokom für die Glasfaser-Erschließung am Phoenix-See, auf Phoenix-West, auf der Westfalenhütte, im Technologiezentrum, am U-Areal und im Baukunstarchiv verantwortlich.

Neue Wohnquartiere

Auch neue Wohnquartiere wie Hohenbuschei, die Brechtener Heide oder das neue Berswordt-Quartier mit Studierenden-Appartements an der Wittekindstraße werden von Dokom21 versorgt. Auf der Liste hat man auch den Wilo-Campus, das Projekt „d-port“ an der Speicherstraße und das Kronprinzen-Viertel auf dem früheren Südbahnhof-Gelände.

Die DSW-Tochter ist aber auch über Dortmund hinaus aktiv, etwa in Gewerbegebieten in Werl und Hagen und Wohnquartieren in Essen. Die Wohnungswirtschaft sei generell ein wichtiger Partner, erklärt Figura.

Im vergangenen Geschäftsjahr erreichte Dokom21 erneut eine positive Bilanz. Bei einem im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegenen Umsatz von rund 29,3 Millionen Euro lag der an die Mutter DSW abgeführte Gewinn bei 4,48 Millionen Euro. 2,37 Millionen Euro wurden in die Infrastruktur investiert.

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