Warum die Westerbleichstraße und der Königshof in der Abschleppstatistik ganz vorne liegen

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Die Abschleppstatistik von 2018 zeigt, in welchen Straßen einzelne Delikte begangen wurden. Die Westerbleichstraße und der Königshof liegen weit vorne - obwohl sie verhältnismäßig klein sind.

von Alexandra Wachelau

Nordstadt

, 05.08.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zum ersten Mal konnte dieses Jahr nachgesehen werden, in welchen Straßen Dortmunds einzelne Strafzettel verteilt wurden. Zu den Knöllchen gehörten nicht nur Anzeigen an Fahrer. Auch parkende Autos werden in Dortmund vermehrt abgeschleppt. Die Westerbleichstraße und der Königshof sind dabei auf Platz vier und sechs in der stadtweiten Abschleppstatistik von 2018.

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Auf beiden Straßen wird viel abgeschleppt – obwohl sie sehr klein sind

Dabei sind beide Straßen sehr klein: Die Westerbleichstraße ist ein verkehrsberuhigter Bereich im Wohnviertel, der Königshof ist eine kurze Gasse hinter dem Cinestar-Kino am Bahnhof.

Die Statistiken von 2016 bis 2018 zeigen zudem, dass die Anzahl der privaten Anzeiger immer mehr wächst. Ist das der Grund, warum in den beiden Straßen so viele Wagen abgeschleppt werden?

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Christian Schön, Pressesprecher der Stadt Dortmund, widerspricht dem: „Der Bereich wird regelmäßig kontrolliert. Dort werden eine Vielzahl von Verkehrsverstößen mit Behinderungen festgestellt“, sagt er.

Die Westerbleichstraße ist ein verkehrsberuhigter Bereich, in dem nur innerhalb von gekennzeichneten Flächen geparkt werden darf. Der Königshof dagegen „stellt die rückwärtige Zufahrt zur ambulanten Klinik an der Steinstraße dar und ist im vorderen kurvigen Bereich mit einem absoluten Haltverbot ausgestattet“, so Schön. „Dies ist auch berechtigt, weil parkende Fahrzeuge dort die Zufahrt erheblich beeinträchtigen können.“

Abschleppunternehmen aus Dortmund sind beide Straßen bekannt

Beim Abschleppdienst Widliczek kann man bestätigen, dass beide Straßen „Brennpunkte“ seien: „Die Westerbleichstraße wird sehr häufig kontrolliert“, verrät eine Mitarbeiterin der Firma. Dabei müssen Autos noch nicht unbedingt in einer verkehrsbehinderten Zone stehen, um abgeschleppt zu werden.

Die Lage der Straße sei, zusätzlich zu dieser strengen Regelung der gekennzeichneten Parkflächen, auch noch sehr zentral: „Das ist ein Wohnungsgebiet in der Nähe des Bahnhofs und des Arbeitsamts“, sagt die Mitarbeiterin. Darauf weist auch Christian Schön von der Stadt Dortmund hin: „Die Nähe zu beiden Einrichtungen dürfte viele Fahrzeugführer verleiten, dort zu parken“.

Warum die Westerbleichstraße und der Königshof in der Abschleppstatistik ganz vorne liegen

In der Vergangenheit haben Bastelaktionen wie diese bereits auf die Verkehrssituation der Westerbleichstraße aufmerksam gemacht. Die verkehrsberuhigte Zone liegt auf Platz vier der Abschleppstatistik in Dortmund. © Foto: Oliver Schaper

Auch bei dem Königshof sei die Lage entscheidend. „Links neben der Straße ist ein Praxiszentrum, da tauchen wahrscheinlich tagsüber viele Falschparker auf. Und abends, kann ich mir vorstellen, möchten die Kinobesucher sich das Parkhaus sparen“, sagt die Mitarbeiterin von Widliczek.

„Im Übrigen ist hier die Beschwerdesituation vielfältig und sehr hoch. Auch die Bezirksvertretung Innenstadt-Nord hat sich hier bereits diesbezüglich engagiert“, sagt Schön. Wer regelkonform und ohne Behinderungen für andere parkt, gerate auch nicht in die Gefahr, abgeschleppt zu werden, so Schön. Ansonsten können die Kosten für einen abgeschleppten Wagen 300 Euro betragen.

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