Warum Dortmund für Tierheim-Hunde keinen Steuerrabatt gewährt

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Neun Hunde leben schon länger als ein Jahr im Dortmunder Tierheim. Einige Städte gewähren jetzt für Hunde aus dem Tierheim eine Befreiung von der Hundesteuer. Dortmund tut das nicht. Warum?

Dortmund

, 18.08.2019, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gladbeck macht es schon seit 20 Jahren, Duisburg hat es soeben beschlossen, und Gelsenkirchen denkt ernsthaft darüber nach: die Befreiung von der Hundesteuer für zwei Jahre, wenn man ein einen Hund aus dem Tierheim zu sich nimmt.

Auch wenn nicht jeder die teuren Welpe vom Züchter möchte, ist das ein zusätzlicher Anreiz, einen ausgesetzten Vierbeiner aufzunehmen. Ein gutes Werk ist es ohnehin.

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Im Dortmunder Tierheim leben aktuell neun Hunde schon länger als ein Jahr hinter Gittern. Basko, ein Irish-Setter sogar mehr als sechs Jahre und Joe, ein Schäferhund-Mix, seit vier Jahren. Selbst der kleine Mischling Robin wartet schon seit mehr als zwei Jahren auf ein neues Zuhause.

Erster Vorstoß schon vor fast zwei Jahren

Bereits im November 2017 hatten die CDU sowie Linken & Piraten im Bürgerdienste-Ausschuss vorgeschlagen, einen temporären Steuerrabatt für Besitzer von Tierheimhunden einzuräumen – auch aus der Überlegung heraus, dass die Stadt so Futter und Tierarztkosten sparen könne.

Allerdings stießen die Kommunalpolitiker damit bei der Verwaltung auf Widerstand. Sie argumentierte, der Verwaltungsaufwand werde höher, und die Stadt habe dann Mindereinnahmen. Ausgehend von durchschnittlich 120 Hunden, die pro Jahr vermittelt würden, müsse die Stadt bei einem Steuerrabatt mit Mindereinnahmen von 10.434 Euro bis zu 18.720 Euro rechnen, rechnete die Verwaltung vor. Damit würde auch nicht der von der Politik erhoffte Entlastungseffekt eintreten.

Hundesteuersatzung sieht keine Ermäßigungsgründe vor

Außerdem spielten wirtschaftliche Gründe erfahrungsgemäß keine besondere Rolle bei der Entscheidung, einen Hund aus dem Tierheim aufzunehmen. Sie seien höchstens eine „weitere Motivation im Entscheidungsprozess“.

Wie sieht es heute aus? Hat bei der Verwaltung ein Umdenken eingesetzt, nachdem andere Städte den Steuerrabatt einräumen? Nein, sagt Stadtsprecher Michael Meinders. Die Hundesteuersatzung sei vom Rat beschlossen worden und sehe keine Ermäßigungsgründe für Tierheimhunde vor. „Insofern müssen alle Hundehalter, auch die, die Tiere aus dem Tierheim übernommen haben, Hundesteuer bezahlen“, so Meinders.

Allerdings gibt es laut Satzung eine Ausnahme: Für Hunde aus dem Tierheim, die zur Pflege, Verwahrung oder Haltung auf Probe angeschafft werden, müssen die neuen Besitzer erst zwei Monate nach Übernahme Hundesteuer zahlen. Meinders: „Insofern wird durch die Dortmunder Satzung generell eine Probe- und Kennenlernphase, auch für die Übernahme von Hunden aus Tierheimen, gewährt.“

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