Warum Eving wächst und Obereving schrumpft - ein Erklärungsversuch

hzBevölkerungsentwicklung

Was zieht die Menschen in den einen Stadtteil und lässt sie dem anderen den Rücken kehren? Erklärungsversuche für die Trends in Eving und Obereving geben zwei Ortspolitiker.

Eving

, 14.08.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Obereving schrumpft während Eving wächst. Die aktuelle Statistik spiegelt einen gewissen Trend: Der Stadtteil Eving, der im Westen von der Evinger Straße und im Osten von der Osterfeld-, der Lüdinghauser und der Brechtener Straße begrenzt wird und gut 4.300 Einwohner hat, wächst leicht: In den Jahren 2016 bis 2018 hatte er einen Zuwachs von 132 Menschen. Dagegen hat Obereving im Dreieck zwischen Osterfeld- und Lüdinghauser sowie Kemminghauser und Derner Straße mit seinen gut 12.300 Menschen in diesem Zeitraum 177 Anwohner verloren.

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Ein genauer Blick auf die Statistik der Jahre 2016 bis 2018 für diese beiden Stadtteile: Untersucht man Zuzüge und Fortzüge, ergibt sich für Eving eine positive Wanderungsbilanz von 324 Anwohnern. Den 1197 Fortzügen stehen 1521 Zuzüge gegenüber. Doch auch Geburten und Sterbefälle müssen berücksichtigt werden: 309 Menschen sind in Eving in diesen Jahren gestorben, 117 wurden geboren. In der Summe aus Fort- und Zuzügen, Geburten und Sterbefällen ergibt sich ein Wachstum von 132 Bewohnern. Aus Obereving sind 4305 Menschen fortgezogen und nur 4038 sind dorthin gekommen, ein Minus von 267 in der Wanderungsbilanz. Gemeinsam mit den Sterbefällen (357) und den Geburten (447) schlägt ein Verlust von 177 Anwohnern zu Buche.

Eving punktet gleich mit mehreren Vorzügen

Was könnten die Gründe für diese Unterschiede in der Bevölkerungsentwicklung sein? „Eving wird immer attraktiver“, vermutet Petra Frommeyer, CDU-Fraktionssprecherin in der Bezirksvertretung (BV) Eving, im Gespräch mit dieser Redaktion als Grund für den leichten Bevölkerungszuwachs. Die Mieten dort seien noch günstig. Außerdem liege Eving sehr zentral. Die Verkehrsverbindungen zur Innenstadt und die Einkaufsmöglichkeiten seien sehr gut. Außerdem habe Eving Angebote für ältere Menschen, zum Beispiel in den Begegnungsstätten.

Das Bevölkerungsminus in Obereving sei möglicherweise darauf zurückzuführen, dass manche der Wohnungen in den großen Siedlungen wie etwa der Fischsiedlung nicht so attraktiv seien und die Bewohner wegziehen würden, wenn sie es sich leisten könnten. Insgesamt sei aber festzustellen, dass es keine großen Abwanderungstendenzen in Eving und Obereving gebe. „Die Menschen wohnen gerne hier“, resümiert die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin. Auch viele ehemalige Bergleute, die etwa auf der Zeche Minister Stein gearbeitet hätten und jetzt im Ruhestand seien, blieben ihrer Evinger Heimat treu. Auch sei die Befürchtung, die es vor einigen Jahren gab, dass ähnlich der Entwicklung in der Nordstadt Deutsche durch den verstärkten Zuzug von Migranten den Stadtteil verlassen würden, nicht eingetreten. „Die Evinger sind stolz darauf, die Integration zu leben.“

Eine sozial ausgewogene Bevölkerungsstruktur ist das Ziel

Darüber, dass viele Bürger im Stadtbezirk Eving offensichtlich an ihrer heimatlichen Scholle hängen, freut sich auch Peter Wieseler, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender in der BV Eving. Es gebe gewachsene Siedlungsstrukturen. Der Bergbau habe Stabilität nach Eving gebracht. Davon profitiere der Stadtteil noch heute, wenn man an die Bergleute im Ruhestand denke, die gerne dort wohnen. Wichtig sei, was in Zukunft passiere. Nötig sei eine sozial ausgewogene Struktur, ein gesundes Verhältnis von alten und jungen Bewohnern, Deutschen und Ausländern. Über die Gründe für Zu- und Wegzug könne man nur Vermutungen anstellen, das sei auch von den Wohnungsangeboten abhängig. Da müsste man mehr ins Detail gehen, die Gründe für Wanderungen darlegen, herausfinden, ob jemand eine Wohnung lediglich zugewiesen bekommen habe oder bewusst nach Eving gegangen sei.

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