Dortmund hat die Rote Laterne bei der Impfquote in Westfalen-Lippe. © dpa
Corona-Impfung

Warum ist Dortmund Schlusslicht bei der Impfquote in Westfalen-Lippe?

Unter 27 Städten und Kreisen hat Dortmund die rote Laterne bei der Impfquote in Westfalen-Lippe. Warum das so ist, dafür hat die Kassenärztliche Vereinigung eine mögliche Erklärung.

In der Impftabelle der Kassenärztlichen Vereinigung steht Dortmund nicht gut da. Unter 27 Städten und Kreisen ist die Westfalenmetropole bei der Impfquote das Schlusslicht.

Erst 3,27 Prozent der Einwohner, in konkreten Zahlen 19.221, haben hier die Erstimpfung erhalten (Stand Montag, 1.3.). Der Durchschnitt aber liegt bei 4,36 Prozent. Um den zu erreichen, müsste Dortmund 6350 Erstimpfungen mehr haben.

Die höchsten Quoten haben die kleinen Städte/Kreise Bottrop und Höxter mit 5,12 Prozent, beziehungsweise 5,08 Prozent. Aber auch der Kreis Recklinghausen, der zum Beispiel mehr Einwohner als Dortmund hat, hat mit 4,46 Prozent eine bessere Impfquote als Dortmund.

Es kommt auf den Anteil der über 80-Jährigen an

Woran liegt das? Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hat dafür eine mögliche Erklärung.

Das NRW-Gesundheitsministerium teile die vorhandenen Impfdosen an die Kreise und Städte entsprechend ihrem Anteil an der NRW-Gesamtbevölkerung auf, erläutert KVWL-Pressesprecherin Vanessa Pudlo auf Anfrage der Redaktion. „Wenn der Anteil der 80-Jährigen in einer Kommune nun größer ist als in einer anderen – auch wenn sie mit Blick auf die Einwohneranzahl vergleichbar sind –, kann dies zu Unterschieden in der Impfquote führen.“ Grund sei, dass so proportional mehr Impfberechtigte eine Impfung überhaupt erhalten können.

Skepsis gegenüber Astra Zeneca

Unklar ist, ob der Vorbehalt gegenüber dem britischen Impfstoff von Astra Zeneca mitverantwortlich für die relativ niedrige Impfquote in Dortmund sein könnte. So haben bereits mehrere hundert Dortmunder Pflegekräfte, die mit Impfstoff von Astra Zeneca geimpft werden sollten, ihren Impftermin sausen lassen.

Ob schon Impfstoff von Astra Zeneca weggeschüttet werden musste, weil Menschen ihre Impftermine nicht wahrgenommen haben, ist Pudlo nicht bekannt.

Hintergrund für die Skepsis gegenüber diesem Vakzin ist die bisherige Haltung der Ständigen Impfkommission, die Astra Zeneca nur für Menschen bis 65 Jahre empfohlen hat, weil Daten zur Wirksamkeit bei den Älteren fehlten. Die wurden jetzt in Studien aus England und Schottland nachgeliefert. Die Ständige Impfkommission hat bereits angedeutet, den Impfstoff auch für Ältere empfehlen zu wollen.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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