Chaos bei Mr. Wash in Dortmund: Kunden klagen über lange Wartezeiten

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Bei Mr. Wash in der Dortmunder Innenstadt müssen Autofahrer zwischen Außen- und Innenreinigung eine lange Wartezeit in Kauf nehmen. Das hat mehrere Gründe.

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, 20.12.2019, 12:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Alle Jahre wieder lassen Autobesitzer ihren fahrbaren Untersatz kurz vor dem Fest waschen – vermutlich ist mit diesem Verhalten der feste Glaube verbunden, dass der Weihnachtsmann dann ein Paket mehr unter den Baum legt.

Wenn bei Mr. Wash am Heiligen Weg von 8 bis 10 Uhr die Happy Hour („Goldene Stunde“) und sonniges Wetter zusammenkommen, bedeutet das für die Autobesitzer: immer schön besinnlich und vor allem geduldig bleiben.

Wartende Autos stehen mitten auf der Straße

Denn an der Waschanlage gibt es eine verkehrsbedingte Besonderheit, die zu Stoßzeiten für Wirbel sorgt: Wer aus der Außenwäsche hinauskommt, muss die kopfsteingepflasterte Straße queren, um anschließend in die Innenreinigung hineinzufahren. Obwohl vier Spuren (Zweimal Handwachs, einmal Innenreinigung, einmal Staubsauger) zu den verschiedenen Bereichen führen, stehen die wartenden Autos dann erst einmal mitten auf der Straße.

Chaos bei Mr. Wash in Dortmund: Kunden klagen über lange Wartezeiten

Alle Jahre wieder: Die Waschanlagen sind voll. Auch bei Mr Wash gibt es mitunter Stau. © Martina Niehaus

Und kommen sich auch in die Quere. „Ich hatte mich eben noch mit einem BMW-Fahrer in der Wolle, weil ich dachte, er wolle sich vordrängeln. Dabei wollte der nur in die Staubsauger-Zone fahren“, schildert ein Kunde, der auf dem Weg in die Innenreinigung ist.

Die querenden Autos sorgen auch für Stress mit den Lkw, die die Speditionsunternehmen am Großmarkt anfahren. Deshalb regeln Mitarbeiter von Mr. Wash dort den Verkehr. „Wir haben Mitarbeiter abgestellt, die die Autofahrer anweisen, die Straße erst hinaufzufahren und dann zu wenden“, erklärt Niederlassungsleiter Alexander Stolz. „So regeln wir die Situation an starken Tagen.“

Chaos bei Mr. Wash in Dortmund: Kunden klagen über lange Wartezeiten

Es gibt viel Verkehr vor dem Bereich der Innenreinigung bei Mr. Wash. Manchmal sogar zu viel. © Martina Niehaus

Die Autofahrer, die in der langen Schlange stehen, sehen es zumeist gelassen. So auch der Dortmunder Johannes Brokamp, der seinen Wagen zwei- bis dreimal im Jahr bei Mr. Wash „duschen“ lässt. „Ich bin ja selbst schuld, wenn ich so kurz vor den Feiertagen hierhin komme“, sagt er mit einem etwas schiefen Grinsen.

Auch Franz Hirthammer im Wagen dahinter hat sich Zeit mitgebracht. „Ich gehe davon aus, dass es vierzig Minuten dauert“, sagt er.

Erst außen, dann innen: Reihenfolge hat einen Grund

Kira Ritter muss erst einmal zurücksetzen, bevor sie etwas sagen kann. Denn gerade versucht ein Lkw, an ihr vorbeizukommen. Der Fahrer wedelt und winkt mit den Armen. „Ich brauche Platz“, sagt er genervt, während er gestikuliert.

Nachdem der Lkw weg ist, reiht sich Kira Ritter wieder in die Schlange ein. Sie ist entspannt – trotz der Warteschlange und der Wendemanöver. „Ich hab heute Zeit“, sagt die 33-Jährige. Außerdem habe man ihr bereits beim Verkauf des Wasch-Tickets gesagt, dass es heute länger dauert. „Das finde ich fair.“

Chaos bei Mr. Wash in Dortmund: Kunden klagen über lange Wartezeiten

Einmal zurücksetzen bitte: Wenn die Lkw rückwärts fahren, muss die Schlange Platz machen. © Martina Niehaus

Der Kunde, der sein Kämpfchen mit dem BMW-Fahrer ausgefochten hat, ist allerdings noch wegen einer anderen Sache genervt: „Warum muss ich bei diesem Angebot unbedingt direkt nach der Außenwäsche in die Innenreinigung? Ich könnte ja auch später am selben Tag wiederkommen, wenn es dort etwas leerer ist.“ Aber dann verfällt das Ticket, habe man ihm gesagt.

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Auf Anfrage erklärt Alexander Stolz, dass die Reihenfolge einen wichtigen Grund habe: „Bei der Innenreinigung polieren unsere Mitarbeiter auch die Lackflächen, zum Beispiel in den Einstiegen“, schildert er. „Wenn diese Flächen vorher nicht gereinigt sind, kann es Kratzer geben. Deshalb gibt es die Innenreinigung nur für Fahrzeuge, die unmittelbar vorher bei uns gewaschen wurden.“

Der Niederlassungsleiter hofft, dass die Kunden Verständnis haben. „Die Zufahrtssituation ist leider etwas schwierig, weil man die Straße queren muss. Aber 95 Prozent unserer Kunden sind eigentlich ganz entspannt.“

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