Was Franzosen mit dem Franzosensiepen in Großholthausen zu tun haben

hzStraßen im Dortmunder Süden

In Großholthausen befindet sich versteckt in einem Waldgebiet die Straße „Am Franzosensiepen“. Doch: Was ist die Geschichte hinter diesem Namen?

von Marc Dominic Wernicke

Großholthausen

, 07.08.2019, 15:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Straße „Am Franzosensiepen“ befindet sich in Großholthausen unmittelbar östlich von der Autobahn 45. In einem Wald zweigt sie von der Straße „Am Hülsenberg“ ab und passiert einige freistehende Wohnhäuser, bevor sie nach etwa einem Kilometer an die Blickstraße anschließt.

Was ist ein Siepen?

Der „Siepen“ in ihrem Namen ist eine regionale Bezeichnung für ein schmales, V-förmiges Tal, an dessen Grund ein kleiner Bach verläuft. So gibt es in der näheren Umgebung auch Straßen, die als Glickenberg-, Schalkenberg- und Schöneichensiepen auf derartige Landschaftsformationen hinweisen.

Was Franzosen mit dem Franzosensiepen in Großholthausen zu tun haben

Der Name der Straße geht auf die 1920er Jahre zurück, als französische und belgische Truppen das Ruhrgebiet besetzten. © Marc D. Wernicke

Doch wie kamen die Franzosen an diesen bestimmten Siepen? Die Antwort liegt in den 1920er-Jahren. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Deutsche Reich zu Reparationszahlungen verpflichtet, die es wegen der wirtschaftlichen und politischen Lage der Nachkriegszeit nicht innerhalb der dafür gesetzten Fristen zahlen konnte.

Französischer Schießplatz

Um die Ausfuhr der geforderten Rohstoffe wie Kohle und Stahl zu erzwingen, wurde das Ruhrgebiet im Januar 1923 von französischen und belgischen Truppen besetzt. An der Stelle der heutigen Straße entstand zu jener Zeit ein französischer Schießplatz. Im Jahr 1929 leitete sich hieraus der bis heute bestehende Straßenname ab.

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