Landtagswahl 2022

Was ich bei Treffen mit (fast) allen Dortmunder Landtagskandidaten gelernt habe

In den vergangenen Wochen hat unser Redakteur (fast) allen Dortmunder Landtagskandidaten Fragen gestellt. Aus den Antworten lässt sich für ihn einiges herauslesen.
Grafik: Bastian Pietsch vor einer stilisierten Luftaufnahme des Landtags in Düsseldorf.
Unser Redakteur Bastian Pietsch hat (fast) alle Dortmunder Landtagskandidaten getroffen. © Fotos: dpa, Pietsch / Montage: Pietsch

Die Wochen vor einer Wahl gehören für mich zu den Zeiten, in denen Journalist zu sein besonders spannend ist. Vor der Landtagswahl am 15. Mai habe ich fast alle Dortmunder Direktkandidaten und -kandidatinnen der sechs im Bundestag vertretenen Parteien getroffen (vier haben auf meine Einladung nicht reagiert). Dabei habe ich einiges gelernt.

Politische Punktlandungen waren gefragt

Und damit meine ich nicht nur über die politischen Programme der Kandidaten und Kandidatinnen. Diese haben sie in 30-sekündigen Statements auf den Punkt gebracht- manche mit mehr, manche mit weniger Begeisterung für die knappe Zeitvorgabe.

Einige Kandidaten und Kandidatinnen sind mit vorbereiteten Notizen gekommen, andere haben einfach losgeredet. Einige haben ihre Zeit überzogen, andere haben sich entschlossen lieber direkt deutlich unter den 30 Sekunden zu bleiben. Und zwei haben es – zu meinem Erstaunen – geschafft, eine sekundengenaue Punktlandung hinzulegen.

„Feierabendbier oder Morgenyoga?“

Noch spannender sind allerdings die spontanen Antworten der Kandidaten und Kandidatinnen auf die von mir gestellten Entweder-Oder-Fragen – nicht alle davon politisch. So bevorzugt zum Beispiel die große Mehrheit ein Feierabendbier gegenüber dem frühen, sportlichen Aufstehen mit Morgenyoga.

Bemerkenswert war in einigen Fällen auch die politische Selbstverortung mancher Kandidaten („links oder rechts“), bei der die Antworten nicht immer so ausfielen, wie ich es erwartet hätte. Noch mehr ans Eingemachte ging die Frage „Partei oder Gewissen“. Selbst Funktionsträger ihrer jeweiligen Parteien bevorzugten in ihrer Antwort darauf meist das Gewissen als politische Richtschnur.

Auch die Entscheidung zwischen großen Namen der jeweiligen Parteien war bisweilen einsichtsvoll, nicht nur im Falle von „Willy Brandt oder Kevin Kühnert“ allerdings oftmals einseitig.

Nicht nehmen lassen wollte ich mir eine Frage nach aktueller Popkultur. Fans von Geralt von Riva („The Witcher“) gibt es zu meinem Bedauern keine unter den Dortmunder Landtagskandidaten und -kandidatinnen. Angenehm ehrlich: Die Antworten der Kandidaten und Kandidatinnen, die eingestanden, weder mit dem Hexer noch mit Jinx („Arcane“ / „League of Legends“) viel anfangen zu können.

Politische Menschen einer Stadt

Unter den Kandidaten und Kandidatinnen sind langjährige Berufspolitiker und Menschen, die die Kandidatur neben ihrem Hauptberuf stemmen – obwohl sie kaum eine realistische Chance auf den Gewinn ihres Wahlkreises haben.

Ich hoffe, dass das Ergebnis meines Kennenlernens dieser verschiedenen politischen Menschen meiner Heimatstadt nun auch für andere einsichtsvoll sein wird.

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