Alexander Richter (1.v.l.) mit den Fantastischen Vier und Warsteiner-Inhaberin Catharina Cramer bei der Eröffnung der Warsteiner Music Hall im April 2018 © Stephan Schütze (Archivbild)
Konzerthalle auf Phoenix-West

Was passiert mit der Warsteiner Music Hall, wenn das Impfzentrum weg ist?

Das Dortmunder Impfzentrum schließt Ende September - damit verliert die Warsteiner Music Hall auf Phoenix-West ihren Dauermieter. Wie geht es mit Dortmunds zweitgrößter Konzerthalle weiter?

Ende September endet für Alexander Richter eine äußerst komfortable Situation: Das ganze Jahr über musste sich der Geschäftsführer der Warsteiner Music Hall auf Phoenix-West keine Sorge um die Vermietung von Dortmunds zweitgrößter Konzerthalle machen – dem Dortmunder Impfzentrum sei Dank.

In der ehemaligen Phoenix-Halle im Schatten des alten Hochofens wurde seit Anfang des Jahres an sieben Tagen die Woche geimpft – rund 350.000 Dosen bisher. Ein Glücksfall für die Belegschaft, die in einer Zeit, in der das eigentliche Geschäft stillstand, genug zu tun hatte mit dem Betrieb der umfunktionierten Konzerthalle. „Wir haben keinen festangestellten Mitarbeiter verloren“, sagt Richter.

Rückbau der Warsteiner Music Hall ist keine große Sache

Nun wurden die Mietverträge – wie geplant – gekündigt. Am 1. Oktober ist die Warsteiner Music Hall wieder eine ganz normale Konzerthalle. Doch bis auf Phoenix-West die erste Band auftritt, werden wohl noch einige Wochen ins Land gehen.

Der Rückbau der Halle von einem Ort für Impfungen zurück zu einem Ort für Musik sei an sich keine große Sache, sagt Richter: „Das geht ziemlich schnell, innerhalb von anderthalb Wochen. Die technischen Einbauten waren relativ gering.“

Schwieriger sei es, überhaupt Veranstalter zu finden, die noch kurzfristig nach einem Ort für ihre Hallen suchen: „Das komplette Oktober-bis-Dezember-Geschäft ist aus den Köpfen der Konzertveranstalter raus“, sagt Richter. Was aktuell im Programm der Warsteiner Music Hall stehe, seien wegen Corona verschobene Konzerte.

Dass die neuen Corona-Regeln in NRW die Lage verbessern, bezweifelt Richter. Vor allem, dass zukünftig alle Nicht-Geimpften und -Genesenen einen PCR-Test für ein Konzert brauchen, werde viele potenzielle Konzertgänger abschrecken.

Das gelte besonders für das erste mögliche Konzert am 29. Oktober, ein ausverkaufter Auftritt der Kinderband „Deine Freunde“. „Die Fans der Band dürfen sich noch gar nicht impfen lassen“, sagt Richter. Dass die Eltern ihren Kindern einen Extra-PCR-Test bezahlen, nur für dieses Konzert, glaubt er nicht.

Ob das Konzert wirklich stattfindet, könne er noch nicht sagen. Die Veranstalter planten aktuell von Woche zu Woche, inklusive kurzfristiger Verschiebungen und Absagen.

Richter prophezeit ein Post-Corona-Trauma

Für das kommende Jahr ist Richter jedoch zuversichtlich: „Die Nachfrage nach Konzerten ist nach wie vor da.“ Er glaubt sogar an eine Art Konzert-Schwemme: Es gebe ja nicht nur alle geschobenen Auftritte der Corona-Ära, die irgendwann nachgeholt werden müssen, sondern auch neue Künstler und neue Touren.

Das Neuaufleben des Konzert-Geschäftes könnte aber zu anderen Problemen führen, warnt Richter. Viele Dienstleister aus der Branche haben die Corona-Krise nicht überlebt und werden nun für den Konzertbetrieb fehlen. „Das wird unser Post-Corona-Trauma.“

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Redaktion Dortmund
1984 geboren, schreibe ich mich seit 2009 durch die verschiedenen Redaktionen von Lensing Media. Seit 2013 bin ich in der Lokalredaktion Dortmund, was meiner Vorliebe zu Schwarzgelb entgegenkommt. Daneben pflege ich meine Schwächen für Stadtgeschichte (einmal Historiker, immer Historiker), schöne Texte und Tresengespräche.
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