Ärger ums Weihnachtssingen: BVB weist Kritik zurück

hzWartezeiten und Toiletten

Lange Warteschlangen für Frauen, zu wenige verfügbare Toiletten: Besucher ärgern sich über die Organisation rund ums BVB-Weihnachtssingen. Der Verein äußert eine andere Wahrnehmung.

Dortmund

, 17.12.2019, 16:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fast alle Besucher sind sich einig, dass das BVB-Weihnachtssingen am Sonntag inhaltlich eine sehr schöne Veranstaltung war. Doch es gibt Ärger um An- und Abreise, unter anderem bildeten sich an den Eingangstoren längere Schlangen als bei den allermeisten Fußball-Topspielen.

Einige Besucher meinen, die Veranstalter seien nicht ausreichend darauf vorbereitet gewesen, dass so viele Frauen ins Stadion kamen. Es habe deutlich zu wenige weibliche Ordner für die Abtast-Kontrollen am Eingang gegeben. Andere haben Verständnis für lange Schlangen bei so einer großen Menschenmenge, die unterwegs war.

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Besucher Tobias Hensel spricht jedenfalls von drei bis vier weiblichen Ordnerinnen im Gegensatz zu 10 bis 15 männlichen Kollegen am Eingang Nordost an der Strobelallee: „Das führte dazu, dass die weiblichen Ordner alle Hände voll zu tun hatten, während sich die männlichen teilweise die Beine in den Bauch standen.“

„Wir waren um 15 Uhr am Eingang, so wie im Vorfeld gewünscht“, sagt Regina Tydecks: „20 Minuten lang hat sich zwischendrin aber gar nichts getan.“ Ihr Mann sei schon lange durchgelassen worden, da habe Stillstand in der Frauen-Schlange geherrscht. Erst nach 16 Uhr sei die Familie an ihrem Platz gewesen.

„Sehr positives Fazit“ des BVB

Borussia Dortmund zieht allerdings ein „sehr positives Fazit, auch aus organisatorischer und sicherheitstechnischer Sicht“. Kai Ruben, Abteilungsleiter Organisation, sagt: „Wir haben am Sonntag alle, aber wirklich alle Kräfte gebündelt.“ Treffen Zehntausende auf einen Schlag an den Stadiontoren ein, komme es selbstverständlich und unvermeidlich zu langen Schlangen.

In der Stunde vor Veranstaltungsbeginn habe man alleine 50.000 der fast 70.000 Besucher kontrollieren müssen. „Leider ist nur eine Minderheit unseren Empfehlungen gefolgt und war frühzeitig am Stadion“, so Ruben. Auch der Anteil der weiblichen Ordnerinnen sei massiv verstärkt worden, um die Wartezeit so gering wie möglich zu halten.

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Regina Tydecks hat aber noch ein ganz anderes Problem beobachtet. „Seit 30 Jahren habe ich eine Dauerkarte“, sagt sie: „Die Toilettensituation ist im Stadion eh immer sehr dürftig.“ Jetzt seien aber sogar einige der vorhandenen Toiletten unter der Osttribüne abgeschlossen gewesen. Tydecks sagt: „Das hat mich entsetzt.“

Der Sicherheitsbeauftragte Kai Ruben hat nach diesem Hinweis mit vier verschiedenen Abteilungen gesprochen - und sagt anschließend: „Wir haben keinerlei Informationen darüber, dass dort Toiletten geschlossen oder defekt waren.“

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