Familienspaziergang endet mit Schnecken-Drama: „Sie wurden zerhäckselt“

hzVolksgarten Mengede

Sarah Dudel geht oft mit ihren Söhnen im Mengeder Volksgarten spazieren. Die Jungen sind begeistert von den dort lebenden Weinbergschnecken. Doch ein Rasenmäher bereitete der Idylle ein Ende.

Mengede

, 10.07.2020, 17:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Henry (5) und Connor (3) Dudel sind wegen des eingeschränkten Kita-Betriebs seit Mitte März Zuhause geblieben. Nach dem Corona-Lockdown suchte Mutter Sarah Dudel nach einer Alternative, um ihre beiden Söhne zu beschäftigen. Die Lösung: raus an die frische Luft.

„Wir haben uns neue Spazierwege gesucht“, erzählt Sarah Dudel, die mit ihrer Familie in Waltrop lebt. Besonders beliebt bei ihren Jungs sei der Volksgarten Mengede. Dort kommen bei feuchtem Wetter die dort lebenden Weinbergschnecken unter den Büschen hervor.

„Bei einem Spaziergang haben wir mal mehr als 160 Tiere gezählt“, sagt Sarah Dudel. Wegen des regenerischen Wetters in dieser Woche seien sie am Mittwochmorgen (8.7.) zur Freude ihrer Söhne zum Volksgarten gefahren.

Rasenmäher war unterwegs

Zu ihrem Entsetzen sei dort jedoch jemand mit dem Rasenmäher unterwegs gewesen. „Ich habe nur gedacht: Oh Gott, Schnecken-Geschnetzeltes“, sagt Sarah Dudel. „Wir haben voller Panik so viele Weinberg- und Nacktschnecken wie möglich in die Büsche gesetzt.“ Eine Stunde lang seien sie, Henry und Connor damit beschäftigt gewesen.

Danach hätten sie die Stellen abgesucht, die bereits abgemäht waren. Die Bilanz: mehrere zerhäckselte Schnecken und zwei verletzte. Auf Wunsch ihrer Söhne habe sie die beiden verletzten Weinbergschnecken mit nach Hause genommen.

Henry (5) freut sich über die neue Mitbewohnerin.

Henry (5) freut sich über die neue Mitbewohnerin. © Privat

„Manche werden sagen: Es sind doch nur Schnecken“, sagt Sarah Dudel und lacht. „Aber die Weinbergschnecke gehört zu den geschützten Arten.“ Zudem sei aktuell Brutzeit. Ihre Mutter habe sich deshalb an die Stadt Dortmund gewandt, um zu erfragen, ob nicht eher an trockenen Tagen gemäht werden könne, wenn die Schnecken ohnehin in den Büschen sind, so Sarah Dudel.

„Aber der Herr am Telefon hat sich lustig gemacht und so etwas wie: ‚Soll ich jetzt die Schnecken fragen, wann ich mähen darf?‘ gesagt“, erzählt die Zweifach-Mutter. Eine Anfrage dieser Redaktion an die Stadt Dortmund läuft.

Eine Schnecke ist gestorben

Indes päppelt Familie Dudel zumindest die leichter verletzte Schnecke auf. Die andere musste Sarah Dudel mit einem Wurf ins kochende Wasser erlösen. „Das ist wohl der schnellste und damit schmerzloseste Weg, habe ich im Internet herausgefunden“, erklärt sie. „Aber schön war das nicht.“

Die Schnecke scheint sich in ihrem neuen Zuhause wohl zu fühlen.

Die Schnecke scheint sich in ihrem neuen Zuhause wohl zu fühlen. © Privat

Für die lebende Weinbergschnecke, die ein Centstück-großes Loch in ihrem Häuschen hat, hat die Familie ein Terrarium besorgt und dieses mit Blättern und Ästen ausgelegt. Mit Hilfe von Kalk will die Familie den „Wiederaufbau“ des Schneckenhauses unterstützen.

„Die Kinder freuen sich, dass sie die Schnecke pflegen dürfen“, sagt Sarah Dudel. „Und ich bin froh, dass es funktioniert. Der Anblick am Mittwoch war schlimm für die beiden.“

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