Nach Schnecken-Drama: Stadt geht auf geschockte Familie zu

hzVolksgarten Mengede

Aus einem Familienspaziergang wurde Anfang Juli für Familie Dudel eine Weinbergschnecken-Rettungsaktion. Jetzt äußert sich die Stadt dazu.

Mengede

, 18.07.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Als Sarah Dudel am 8. Juli (Mittwoch) mit ihren Söhnen Henry (5) und Connor (3) im Volksgarten Mengede spazieren ging, war es mit der Idylle schnell vorbei. Eine Stunde lang rettete die Familie Weinbergschnecken, die bei feuchtem Wetter aus den Büschen gekommen waren, vor dem Rasenmäher.

Eine Anfrage der Familie an die Stadt, warum an regnerischen Tagen gemäht werde, wenn die Schnecken herauskommen, blieb unbeantwortet. Dabei gehören Weinbergschnecken zu den geschützten Arten.

„Manche wurden einfach zerhäkselt“, erzählte Sarah Dudel. Eine Schnecke mit angeknackstem Häuschen wohnt derzeit in einem Terrarium bei der Familie. „Natürlich ist es traurig, wenn man nach dem Mähen tote Tiere findet“, sagt Stadt-Pressesprecher Christian Schön auf Anfrage.

Es muss Kompromisse geben

Allerdings bestehe auch an trockenen Tagen die Gefahr, dass beim Mähen Schnecken auf der Wiese seien und zudem umso mehr Käfer und Insekten. Es gebe allerdings immer mehr Wiesen in Dortmund, die ohnehin nur zwei Mal im Jahr gemäht werden.

Die Stadt möchte die Biodiversität so schützen, erklärt Christian Schön. Das zeige sich auch in dem silbernen Label „Stadtgrün naturnah“, das die Stadt 2019 in einem bundesweiten Wettbewerb erhielt.

Im Fall der Weinbergschnecken im Volksgarten wird sich die Stadt zu einem klärenden Gespräch mit Familie Dudel in Verbindung setzen.

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