Weiter Zwist um FZW-Pläne

Private Musikwirtschaft will Betreibermodell für Konzerthalle juristisch prüfen lassen

23.05.2007 / Lesedauer: 2 min

Ein Brief des Interessenverbandes Dortmunder Musikwirtschaft war bereits Anfang des Monats Auslöser für das zwischenzeitliche Abrücken der Stadtspitze vom bisherigen Konzept für den FZW-Neubau mit der AWO als Betreiber. Stattdessen sollte der Konzertbetrieb in der geplanten, 1300 Plätze bietenden Halle mit privaten Partnern organisiert werden. Inzwischen haben sich AWO und der Verein für Unabhängige Kulturarbeit (VUK) auf der einen und die Stadt auf der anderen Seite nicht zuletzt auf Druck der Politik wieder zusammengerauft (wir berichteten). Doch die private Musikszene, mit der die Stadt bekanntlich auch an einer Music-Mall bastelt, lässt nicht locker und fährt schwere Geschütze gegen die aus ihrer Sicht unausgereifte Konstruktion des künftigen FZW-Betriebs auf. «Wir wundern uns, dass die AWO sich für kompetent genug hält, eine Konzerthalle für 1300 Plätzen zu führen», meint etwa Live-Station-Geschäftsführer Rainer Keuchel, der wie die anderen privaten Veranstalter unfaire Wettbewerbsbedingungen durch den subventionierten Konzertbetrieb im FZW und schon bestehende andere Einrichtungen fürchtet. «Wir brauchen aber klare Rahmenbedingungen.» Nicht ausreichend ist dabei für die Vertreter der privaten Musikwirtschaft das Angebot, das FZW für einzelne Veranstaltungen anmieten zu können. Und schlicht für vorgeschoben halten sie den Hinweis des VUK, er leiste wertvolle Jugendarbeit. «Wer das Programm des FZW regelmäßig verfolgt, kann hier nicht einmal mehr zehn Prozent der klassischen Jugendarbeit erkennen», meint der Geschäftsführer des Interessenverbandes Sergio Sotric. Der Bedarf für ein ambitioniertes Konzertprogramm und eine Konzerthalle in der geplanten Größenordnung wird zwar gesehen. Man hat auch nichts gegen den FZW-Neubau durch die Stadt. «Es geht aber um die geplanten Betreiberstrukturen, die wir nicht akzeptieren können», betont Oliver Buschmann (Solendo). Deshalb werde man juristisch klären lassen, ob die Gemeindeordnung eine solche Konstellation überhaupt zulasse, kündigte Sotric gestern an. Aber auch den Gesprächsfaden zur Stadt will man nicht abreißen lassen ... Oli www.idom.eu

Lesen Sie jetzt