Werkstätten traten Alleinerbe eines Spenders an

17.01.2008, 17:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Kirchhörde Für die Werkstätten Gottessegen war der Besuch von Jobst-Wolfgang Westhoff beim Tag der offenen Tür im Jahr 2000 so, als käme der berühmte reiche Onkel aus Amerika. Der ledige, kinderlose Kirchhörder suchte einen Erben, besichtigte die Werkstätten in Nähe seines Wohnortes, sprach mit den Menschen mit Behinderungen, die dort arbeiten und den Betreuern - und machte die Werkstätten zum Alleinerben.

Im März 2006 ist Jobst-Wolfgang Westhoff mit 71 Jahren gestorben. Schon im Juli 2001 hatte er sein Testament zu Gunsten der Werkstätten im Christopherus-Haus verfasst. "Ich denke dabei an eine Stiftung", hatte er notiert. Diese Stiftungsgründung wurde gestern Nachmittag im Christopherus-Haus gefeiert. Rund 200 000 Euro bilden den Grundstock der Stiftung, die die gemeinnützige Arbeit der 480 Beschäftigten (360 in Kirchhörde und 120 in Bochum) langfristig sichern soll. Mit einem Teil des Nachlasses finanziert die Zweigwerkstatt Bochum den Aus- und Umbau des Lagers und einer Küche.

"Jobst Wolfgang Westhoff war ein gebildeter, kulturell sehr interessierter, kunstsinniger, liebenswürdiger, geselliger und aufgeschlossener Mensch", ehrte Michael Fischer vom Sozialen Dienst der Werkstätten den Stifter in der sehr würdigen Feierstunde, an der außer den Beschäftigten und Mitarbeitern der Werkstätten auch Freunde und Verwandte von Jobst Wolfgang Westhoff teilnahmen. Der Kirchhörder stammt aus einer Familie von altem westfälischen Adelsgeschlecht, war Philologe und Verlagslektor. "Wir müssen auch in menschlicher Hinsicht seinen Nachlass antreten. Dieses Erbe ist ein Verpflichtung", so Fischer. Ein besonders großer und schöner Stiftungsstein, der in den Werkstätten gefertigt wurde, erinnert in einer Steele vor der Tür an den Spender. JG

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