Wie das Buschei zum Naturschutzgebiet wurde

Fahrräder statt Panzer

Wo einst Panzer fuhren, fahren heute Fahrräder. Wo einst ein militärisches Sperrgebiet war, ist heute ein Natuschutzgebiet. Im Brackeler Buschei an der Grenze zur Kurl erinnern vor allem Schilder an die Vergangenheit. Wir haben genauer hingeschaut.

BRACKEL

, 22.04.2016, 18:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auf der Panzerstraße fuhren einst Panzer.

Auf der Panzerstraße fuhren einst Panzer.

Britische Soldaten waren Jahrzehnte lang die Einzigen, die Zutritt zum Buschei hatten. Erst in den 90er-Jahren zog das Militär ab. Zurück blieb ein Gelände, auf dem sich die Natur hatte all die Jahre lang unbeirrt entwickeln können. Das Ergebnis: eine Pflanzen- und Artenvielfalt, wie es sie sonst selten zu sehen gibt.

Die Nutzung durch das Militär hat dafür gesorgt, dass große Teile des Waldes sich selbst überlassen worden sind. „Militärische Sperrgebiete sind Rückzugsorte für die Natur“, sagt der Dortmunder Thomas Quittek vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland. „Ohne das Militär hätten wir deutlich weniger Naturschutzgebiete.“ 

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Was im Buschei an das Militär erinnert

Gerade wegen der militärischen Nutzung konnte sich die Natur im Gebiet Buschei zu dem entwickeln, was sie heute ist: ein schützenswertes Paradies. Denn die Wälder dort waren jahrzehntelang sich selbst überlassen. Und die Tierwelt hat sich vom Lärm der Schießübungen nicht stören lassen.
22.04.2016
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Den Banner hat das Umweltamt entworfen.© Foto: Jennifer Kotte
Auf der Panzerstraße fuhren einst Panzer.© Foto: Sandra Heick
Der Wulfsche Teich wirkt magnetisch auf Passanten. Aber die sind dort nicht erwünscht, betont das Umweltamt. © Foto: Sandra Heick
Eine Kröte schwimmt im Wulfschen Teich, mitten im Buschei. Ohne das Militär, sagt Naturschützer Thomas Quittek, gebe es heute weniger Natuschutzgebiete.© Foto: Sandra Heick
Ein ehemaliger Bunker. Inzwischen ist er übererdet.© Foto: Thomas Quittek
Ein Rotkehlchen im Buschei. Hier fliegen heute keine Kugeln mehr durch die Luft, sondern vor allem Vögel und Baumsamen. © Foto: Sandra Heick
Nur auf dem Hauptweg sind Passanten willkommen.© Foto: Sandra Heick
Ein Schmetterling im Buschei. Die Briten legten einst extra eine Schmetterlingswiese an. © Foto: Sandra Heick
Das Buschei ist ein grünes Paradies. Das hat es vor allem dem Militär zu verdanken.© Foto: Sandra Heick
Dieses Hinweisschild wird nicht von allen Besuchern beachtet. Selten bleiben Passanten, so wie hier, an der Schranke stehen.© Foto: Jennifer Kotte
Karden, fotografiert von Naturschützer Thomas Quittek.© Foto: Thomas Quittek
Hier wurde einst geschossen.© Foto: Sandra Heick
Überreste der einstigen Schießanlage.© Foto: Sandra Heick
Die Panzerstraße führt ins Naturschutzgebiet.© Foto: Jennifer Kotte

Quittek war während der Abzugsphase der Briten einer der ersten Deutschen, die das Sperrgebiet - das jetzt ein Naturschutzgebiet ist - zu sehen bekamen. Von seinen Eindrücken im Sommer 1995, der Geschichte des Buscheis und den aktuellen Sorgen der Naturschützer erzählt er in der Sonntagszeitung vom 24. April. 

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