Wie TU-Studenten als „Denkmalbotschafter“ Dortmunder Stadtgeschichte vermitteln

hzProjekt der TU

Nicht nur in der Innenstadt, auch in den Außenbezirken gibt es Kirchenschätze zu entdecken. Das vermitteln Studierende der TU Dortmund zum Kirchentag – als „Denkmalbotschafter“.

Dortmund

, 15.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Dörfliche Idylle mit Fachwerkhäusern und alten Häusern prägt das Umfeld der evangelischen Kirche in Brechten. Der Trubel der Großstadt ist weit weg. Ein idealer Ort zum Entspannen sicherlich auch für Kirchentagsbesucher - und ein Ort, an dem man viel über die Geschichte Dortmunds erfahren kann.

Für die Entdeckungsreise gibt es während des Evangelischen Kirchentages sachkundige Helfer. Studierende der Kunstgeschichte an der TU Dortmund laden als „Denkmalbotschafter“ ein, ganz besondere Orte zu entdecken. „Wir wollen damit einen kulturellen Beitrag zum Kirchentag leisten“, erklärt Projektleiter Dr. Niklas Gliesmann. „Und wir wollen Aspekte des Ruhrgebiets jenseits von Kohle und Stahl vermitteln.“

Drei denkmalgeschützte Kirchen

Drei denkmalgeschützte Kirchen haben sie für die besonderen Entdeckungstouren ausgewählt. In der Kirche St. Johann Baptist in Brechten geht es etwa um die besondere Innenausstattung des Gotteshauses aus dem 13. Jahrhundert, etwa den Taufstein aus der Gründerzeit und die barocke Kanzel.

Wie TU-Studenten als „Denkmalbotschafter“ Dortmunder Stadtgeschichte vermitteln

Die St.-Johann-Baptist-Kirche am Widumer Platz in Brechten erzählt von der Entwicklung von Dorf und Stadt. © Oliver Schaper

Und dann sind da natürlich die Wand- und Deckenmalereien, die erst Mitte dieses Jahrhunderts bei Renovierungsarbeiten wiederentdeckt worden waren. Das Gemälde im Altarraum gilt als eine der ältesten Weltgerichtsdarstellungen in der Region.

Ein Stück Ortsgeschichte

Wichtig ist aber auch immer die Ortsgeschichte, erklärt Studentin Carolin Maaßmann. So bot die historische Kirche mit ihrem Wehrturm den Dorfbewohnern Schutz vor Feinden. Wie ein Ring ziehen sich deshalb die Fachwerkhäuser des Dorfkerns, auch wenn sie selbst erst aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammen, um die Kirche.

Wie TU-Studenten als „Denkmalbotschafter“ Dortmunder Stadtgeschichte vermitteln

Die Urbanus-Kirche in Huckarde verbinden verschiedene Epochen der Stadtgeschichte. © Stephan Schütze

Ortsgeschichte erzählt auch die Kirche St. Urbanus in Huckarde. Das mittelalterliche Gotteshaus, das der Reformation widerstand, wurde in der Zeit der Industrialisierung mit rasant wachsender Bevölkerung durch einen Neubau ergänzt, der den alten Chorraum ersetzte. 1899 wurde die neue Kirche, die nun zwei Türme hat, eingeweiht.

Wie TU-Studenten als „Denkmalbotschafter“ Dortmunder Stadtgeschichte vermitteln

Die Schlosskirche in Bodelschwingh ist eng mit der Geschichte des benachbarten Schlosses verbunden. © Stephan Schütze

Eine ganz eigene Geschichte hat auch das dritte Objekt der Denkmalbotschafter, die Schlosskirche in Bodelschwingh. Sie entstand in enger Verbindung mit dem Schloss Bodelschwingh im 13. Jahrhundert. Sie war bis 1802 Begräbniskirche der Schlossherren, die sich im 16. Jahrhundert dem reformierten Bekenntnis anschlossen.

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Die Geschichte dieser besonderen Gotteshäuser und das Programm der 45-minütigen Führungen haben sich die Lehramts-Studierenden in einem Seminar selbst erarbeitet. „Wir haben nicht nur selbst Neues erfahren, sondern auch gelernt, es zu vermitteln - eine praktische Übung für unseren späteren Beruf“, stellt Lehramtsstudent Robin Schicka fest.

Denkmalbotschafter zum Kirchentag

Führungen an drei Orten

  • Jeweils fünf bis sechs Studierende erläutern an den Programmtagen des Kirchentages an den drei Orten die besondere Geschichte der denkmalgeschützten Kirchen.
  • Die Führungen finden am Donnerstag (20.6.), Freitag (21.6.) und Samstag (22.6.) jeweils von 14 bis 14.45 Uhr und von 15 bis 15.45 Uhr statt.
  • Treffpunkte sind die Kirchen St. Johann Baptist in Brechten, Widumer Platz 1, St. Urbanus in Huckarde, Kirchplatz 7-8, und die Schlosskirche in Bodelschwingh, Parkstraße 9.
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